Syrien von

Obama droht Machthaber Assad

US-Präsident will im Falle eines Chemiewaffen-Einsatzes militärische Intervention

Syrien - Obama droht Machthaber Assad © Bild: APA/EPA/Gunther

US-Präsident Barack Obama hat mit einer militärischen Intervention in Syrien gedroht, sollte das Regime von Bashar al-Assad Chemiewaffen einsetzen oder einen solchen Einsatz vorbereiten. Obama sieht das verbündete Israel in Gefahr, falls Extremisten in Syrien an chemische oder biologische Waffen gelangen - zum Beispiel die islamistische Hisbollah im Libanon.

"Wir waren gegenüber dem Assad-Regime sehr klar darin, dass die rote Linie für uns der Einsatz einer ganzen Reihe von Chemiewaffen ist", sagte Obama bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, die im Internet übertragen wurde. Die USA habe für diesen Fall eine ganze Reihe von Notfall-Plänen.

Der US-Präsident zeigte sich besorgt über die Lage in Syrien. Er trete weiterhin für einen politischen Übergang in dem Land ein, allerdings rücke die Chance auf eine "weiche Landung" in weite Ferne. Die Regierung in Washington sei bereit, der Opposition Hilfe zu leisten, etwa um eine Einhaltung von Menschen- und Minderheitenrechten zu gewährleisten.

Syriens Chemiwaffen
In Syrien stehen nach Angaben des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) rund 295.000 Soldaten unter Waffen. Das IISS geht davon aus, dass Syrien im Geheimen auch große Mengen an Chemiewaffen produziert hat. Das Arsenal wird sogar für das größte in der ganzen Region gehalten. Das Institut sieht die Gefahr, dass diese Waffen, zu denen auch Nervengifte wie Sarin zählen, im eigenen Land und gegen andere Streitkräfte eingesetzt werden könnten. Es sei aber auch möglich, dass sie in falsche Hände gelangten - zum Beispiel in den Iran, an die Hisbollah oder das Terrornetzwerk Al-Kaida.

- Die militärische Drohung von US-Präsident Barack Obama gegen Syrien weist nach Einschätzung eines israelischen Experten Parallelen zum Iran-Konflikt auf. "In beiden Fällen geht es auch darum, Massenvernichtungswaffen nicht in die Hände von erklärten Gegnern Israels gelangen zu lassen", sagte David Friedman vom Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) am Dienstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Tel Aviv.

Region voller Massenvernichtungswaffen
Aber nicht nur in Syrien, auch in Nachbarstaaten gibt es Massenvernichtungswaffen:
LIBANON: Die radikalislamische Schiitenbewegung Hisbollah ("Partei Gottes") im Libanon ist eine weit verzweigte Organisation mit einem starken militärischen Flügel. Die USA und Israel betrachten sie als Terrororganisation. Ihre mehrere hundert Mann umfassende Kampftruppe ist nach US-Erkenntnissen die technisch am besten ausgerüstete Miliz der Welt. Zu ihrem Waffenarsenal gehören nach Schätzungen aus Israel mehr als 40.000 Raketen. Damit könne die Hisbollah täglich 500 bis 600 Raketen auf Israel schießen. Als wichtigster Waffenlieferant gilt der Iran, Israel verdächtigt auch Syrien des Waffenschmuggels.

ISRAEL: Die gut ausgerüsteten israelischen Streitkräfte zählen mit ihren High-Tech-Waffen, von denen viele aus den USA stammen, zu den schlagkräftigsten der Welt. Es wird angenommen, dass Israel auch über Atomwaffen verfügt. Allein im Heer dienen rund 133.000 aktive Soldaten. Zur Luftwaffe gehören rund 34.000 Soldaten, zur Marine 9500. Israel bezieht auch militärische Ausrüstung aus Deutschland - zum Beispiel U-Boote. Zum Schutz vor Raketenangriffen hat Israel ein mehrstufiges Verteidigungssystem aufgebaut, das beständig modernisiert wird.

Kommentare

Offensichtlich sind die Spritpreise zu niedrig. ;) Drohen ist blöd, weil man im Ernstfall dann das durchziehen muss.

Seite 1 von 1  
Aussenpolitik