Syrien-Konflikt von

"Niemals" Chemiewaffen-Einsatz

Syrien beeilt sich zu versichern, man würde niemals chemische Waffen einsetzen

Syrien-Konflikt - "Niemals" Chemiewaffen-Einsatz © Bild: Reuters

Kommando retour: Hatte es am Montag seitens der syrischen Regierung noch geheißen, man würde Chemiewaffen gegen "äußere Aggressoren" einsetzen, ist am Dienstag schon wieder alles anders. Man würde "niemals chemische und biologische Waffen nutzen", erklärte Außenministeriumssprecher Jihad Makdissi laut syrischem Staats-Fernsehen.

Interessanterweise war es auch Makdissi, der tags zuvor dem Westen offen mit dem Einsatz der C-Waffen gedroht hatte, sollte die Souveränität des Landes verletzt werden. Diese Ankündigung hatte umgehend heftige internationale Reaktionen hervorgerufen.

Bestätigt wurde hingegen die Verlagerung der chemischen Waffen durch die syrische Militärführung. "Es ist nur natürlich, dass diese Waffen, insofern sie existieren, sicher gelagert werden", wurde Makdissi am Dienstag zitiert.

Verlegungen schon seit längerem im Gange
Die Transporte der C-Waffen in Grenzregionen waren am Montag von der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) verlautbart worden. Den Angaben zufolge begannen die Verlegungen bereits vor Monaten. Um welche Flughäfen oder welche Grenze es sich handeln soll, teilte die FSA nicht mit. Die Führung von Präsident Assad hatte am Montag gedroht, ihre Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht jedoch gegen die syrische Bevölkerung.

Sowohl die Europäische Union als auch die USA warnten umgehend vor jeglichem Einsatz der Waffen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon nannte es "verwerflich", einen Einsatz überhaupt in Betracht zu ziehen. Öffentlich zugängliche Informationen über das syrische Chemiewaffenarsenal existieren praktisch nicht. Nach Einschätzung von US-Experten verfügt das Land aber unter anderem über Senfgas, Saringas und das tödliche Nervengas VX.

Israelischer Informant: Verantwortlicher Umgang mit C-Waffen
Nach israelischer Einschätzung versucht die syrische Regierung zu verhindern, dass ihre Chemiewaffen in die Hände von Extremisten fallen. Trotz des Drucks auf sein Regime gehe Präsident Bashar al-Assad "verantwortlich mit Chemiewaffen um", sagte ein Informant aus Regierungskreisen der israelischen Zeitung "Haaretz" (Dienstag-Ausgabe). Assad habe einen Teil der Chemiewaffenarsenale zu Stützpunkten gebracht, die fernab der Kampfzonen größere Sicherheit böten.

Die israelische Regierung wollte den Bericht offiziell nicht bestätigen. Regierungssprecher Mark Regev sagte der Deutschen Presse-Agentur lediglich: "Wir sind besorgt, dass gefährliche Waffen in Syrien wie Chemiewaffen in die Hände von Extremisten gelangen könnten."

Arabische Liga erwartet Machtwechsel
Unterdessen ließ der Generalsekretär der Arabischen Liga, der Ägypter Nabil Elaraby, verlauten, er könne zwar nicht sagen, wann der Sturz Assads kommen werde, "aber das Regime kann nicht mehr lange weitermachen." Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi wiederum zitierte am Montag Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit den Worten, das syrische Volk sei "dem Sieg so nahe wie noch nie".

Opposition bereit zu Übergangslösung
Obwohl die Kämpfe nach wie vor toben und aktuellen Meldungen zufolge das Industriezentrum Aleppo aus der Luft beschossen wird, schreiten die Planspiele für die Nach-Assad-Ära weiter voran. So wäre der oppositionelle "Syrische Nationalrat" (SNC) nach eigenen Angaben bereit, eine Übergangsregierung unter einem Vertrauten Assads zu akzeptieren. "Wir sind mit einem Rückzug Assads und der Übertragung seiner Aufgaben an eine der Persönlichkeiten des Regimes einverstanden", sagte Georges Sabra, ein Sprecher des SNC, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Syrien verfüge in der bisherigen Führung und in der Armee über "patriotische Figuren", die das Land vorübergehend führen könnten, fügte er hinzu, ohne Namen zu nennen. Der SNC ist der wichtigste Dachverband der zerstrittenen syrischen Opposition.

Kommentare

S/A/R melden

Eh klar... ...und der Iraq hat WMDs und Israel reichert Hanf an statt Uran. Um der Welt zu verkörpern wie furchtbar die Regimes sind um Assad und Co genau so zu elemenieren wie den Rest in der Region. Bin gespannt wann man so mutig ist auch mal ohne Proxy Wars Staaten zu erobern. 1:1 da ist US of A und seine Kinder machtlos.

LuiBenelli melden

Re: Eh klar... Zu erobern? Sind sie im MIttelalter hängen geblieben?

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