Das Blutvergießen in Syrien zwischen Regierungstruppen und Rebellen geht weiter. Mindestens 20 Menschen seien Samstag früh beim Beschuss der südsyrischen Stadt Daraa getötet worden, berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf Oppositionelle. Dutzende Menschen sind verletzt worden. Auch Frauen und Kinder sind unter den Opfern.
Ein Aktivist sagte dem britischen Fernsehsender BBC, die Kämpfe dauerten an. Aus der Hauptstadt Damaskus berichteten Oppositionelle am Freitag von Explosionen und Gewehrfeuer. Am Freitag starben nach Angaben der örtlichen Koordinierungskomitees mehr als 50 Menschen bei Kämpfen.
Journalist belastet Rebellen
Ein britischer Journalist erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen die syrischen Rebellen: Die Regierungsgegner hätten ihn in der Nähe der libanesischen Grenze in eine Falle gelockt, damit er von syrischen Regierungstruppen erschossen würde, erklärte der Chefkorrespondent von Channel 4 News, Alex Thomson, in seinem Blog. "Tote Journalisten sind nicht gut für Damaskus", schrieb er.
Nach dem jüngsten Massaker wächst die Sorge vor einem Flächenbrand und dem Ausbruch eines Krieges in der ganzen Region. Der UN-Sicherheitsrat konnte sich trotz Mahnungen von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem Syriengesandten Kofi Annan nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen. Russland und China verhindern nach wie vor Sanktionen gegen die Regierung von Bashar al-Assad.
UNO berichtet von Bildern des Grauens
UNO-Beobachter besuchten unterdessen den Schauplatz des jüngsten Massakers in der Provinz Hama. Dabei fanden sie ein Bild der Schreckens vor. In der Gemeinde Masraat al-Kobeir, wo syrische Regierungstruppen und Milizen nach Oppositionsangaben am Mittwoch Dutzende Menschen getötet haben sollen, hätten sie blutige Hauswände gesehen und "einen starken Geruch von verbranntem Fleisch" wahrgenommen, teilte die UNO am späten Freitag in New York mit. Über die tatsächliche Zahl der Opfer könnten noch keine Angaben gemacht werden.
Die UN-Beobachter hatten am Freitag zunächst das nahe Dorf Maasarat in der zentralsyrischen Provinz Hama, den zweiten Schauplatz des Massakers vom Mittwoch, besucht, bevor sie sich nach Al-Kubeir begaben. In Maasaraf und Al-Kobeir sollen bei dem Massaker mindestens 55 Menschen getötet worden sein.