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Syrien - Bombenhagel über Aleppo nach Scheitern der Waffenruhe

Armee bereitet Bodenoffensive auf Ostteil der Metropole vor

Nach dem Scheitern der Bemühungen um eine neue Waffenruhe in Syrien haben die syrische und die russische Luftwaffe den Ostteil von Aleppo mit einem wahren Bombenhagel überzogen. Wie ein AFP-Reporter am Freitag berichtete, gab es ununterbrochen Luftangriffe auf Bezirke in Rebellenhand. Die Attacken sollen dem syrischen Militär zufolge eine Bodenoffensive vorbereiten.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von dutzenden schweren Luftangriffen in der Nacht zum Freitag sowie am Morgen danach. Die syrische Luftwaffe werfe Fassbomben über Aleppo ab, und Russland unterstütze die Verbündeten mit Luftangriffen. Neuen Angaben der Organisation zufolge wurden mindestens sieben Menschen getötet und dutzende weitere verletzt, in den Trümmern wurden noch etliche Verschüttete vermutet.

Über dem Ostteil der Stadt flogen Aufklärungsmaschinen, die Luftaufnahmen machten, gefolgt von angreifenden Kampfjets. Nach Angaben des AFP-Reporters wurden auch zwei Zentren der syrischen Weißhelme beschädigt, ein Krankenwagen und ein Feuerwehrauto waren danach nicht mehr benutzbar. Die Organisation kümmert sich um Kriegsopfer und war dafür erst am Donnerstag mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Die syrische Armee hatte am Donnerstagabend eine Offensive zur Rückeroberung von Ost-Aleppo angekündigt. Bewohner sollten sich "von den Positionen der terroristischen Gruppen" fernhalten, hieß es mit Blick auf die Regierungsgegner. Zivilisten, die in den von der Regierung gehaltenen Westteil der Stadt übersiedeln wollten, würden nicht festgenommen. Aleppo ist seit 2012 geteilt, die Armee will die vollständige Kontrolle über die einstige Wirtschaftsmetropole im Norden Syriens zurückerlangen.

Am Freitag bestätigte ein syrischer Militärvertreter, dass die Armee in Aleppo mit "Aufklärungseinsätzen sowie Angriffen aus der Luft und mit Artillerie begonnen" habe. "Das kann Stunden oder Tage dauern", hieß es. Darauf werde eine Bodenoffensive folgen, deren Zeitplan von den Ergebnissen der jüngsten Einsätze abhänge. Ein weiterer Vertreter sagte, Ziel der Offensive sei es, den Kontrollbereich der Armee auszuweiten.

"Aleppo wird attackiert", beklagte der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura bereits am Donnerstagabend in New York. Alle Konfliktparteien hätten nach der gescheiterten Feuerpause wieder zu den Waffen gegriffen. Vor kurzem war eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe nach nur einer Woche für beendet erklärt worden. Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich.

In New York endete auch ein internationales Krisentreffen am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung zunächst ergebnislos. Vertreter der Syrien-Unterstützergruppe äußerten sich ernüchtert, der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beschrieb den Verlauf als "sehr kontrovers". Sein US-Kollege John Kerry sagte, die Frage sei, "ob überhaupt noch eine reale Chance für Fortschritte besteht".

Steinmeier zufolge gelang es nicht, eine "abschließende Vereinbarung" über eine Waffenruhe zu erzielen. Allerdings gab es bei den Beratungen immerhin "viel Zustimmung" für den von Kerry und ihm vorgebrachten Vorschlag, ein zeitlich begrenztes Flugverbot über Syrien zu verhängen, um für eine Deeskalation zu sorgen. Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow wollen sich am Freitag in New York erneut zu Gesprächen zusammensetzen.

Die vor einigen Tagen gescheiterte Feuerpause sollte auch Hilfslieferungen in belagerte Gebiete ermöglichen, besonders nach Aleppo selbst. Die UNO hoffte, die Metropole über die Straße von Castello zwischen der türkischen Grenze und Aleppo zu erreichen, was aber scheiterte. Im Grenzgebiet steckten am Freitag weiterhin 40 Lastwagen fest. Das UNO-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärte, es werde nun geprüft, ob die Hilfen über den deutlich längeren Weg über Damaskus in die Stadt gebracht werden könnten.

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