Alles nur Schwindel? von

Fünf dreiste Ernährungslügen

Was es mit Bulletproof Coffee, Chia-Samen und grünen Smoothies wirklich auf sich hat

Kaffee trinkende Frau schaut geschockt © Bild: Shutterstock.com

Grüne Smoothies machen gesund, Bulletproof Coffee topfit und Chia-Samen, die senken nicht nur Blutdruck und Blutzucker, sondern helfen obendrein beim Abnehmen. Heißt es. Doch stimmt das alles auch wirklich? Für das Buch "100 Ernährungsmythen" nahmen Forscher ernährungsbezogene Halbwahrheiten unter die Lupe. Wir stellen die aktuellsten daraus vor.

Bulletproof Coffee steigert die Leistungsfähigkeit

Bulletproof Coffee
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Bulletproof Coffee spendet nachhaltig Energie, steigert die Leistungsfähigkeit und macht, obwohl er eine Menge Kalorien enthält, schlank. So sagt man zumindest. Ob das stimmt? Man weiß es nicht. Es gibt nämlich keine einzige Studie, die die positive Wirkung des neuen Muntermachers belegt. Neu deshalb, weil es sich hier um einen Mix aus starkem Filterkaffee, einer kräftigen Portion Weidebutter und einem guten Schuss Öl, etwa Palmkern- oder Kokosöl, handelt, der morgens auf leeren Magen getrunken wird. Ohne Milch und Zucker, versteht sich. Zwar könnte es sein, dass die der schwarzen Brühe beigemengten Fette - es handelt sich um sogenannte mittelkettige Triglyceride - ein bisschen beim Abnehmen helfen. Doch sollte man sich an dieser Stelle die Frage stellen, ob ein ausgewogenes Frühstück nicht gesünder ist als ein fettiges, kalorien- und koffeinreiches Heißgetränk.

Chia-Samen senken Blutdruck und Blutzucker

Chia-Samen
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Die neuen Superfoods schießen wie Pilze aus dem Boden. Ganz oben auf der Liste rangieren derzeit Chia-Samen. Aufgrund ihres hohen Anteils an der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure senken sie angeblich den Blutdruck, verbessern die Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes, fördern die Herzgesundheit und helfen obendrein beim Abnehmen. Angeblich. Denn Untersuchungen, die dies eindeutig belegen, gibt es keine. Dafür aber gibt es Studien, in denen die Teilnehmer die Alpha-Linolensäure direkt verabreicht bekommen haben. Das Problem: Man weiß nicht, inwieweit unser Körper besagte Fettsäure aus den Chia-Samen aufnehmen kann. Anderseits belegen im Labor durchgeführte Blutuntersuchungen, dass sich der erwünschte Erfolg in Sachen Blutfettwerte auch nach mehreren Wochen nicht einstellt. Eine Sache gilt dafür als gesichert: Chia-Samen sind unglaublich fett. Und was die Kalorien betrifft, sind sie, wie der VKI schreibt, sogar fast mit Schokolade vergleichbar.

Glutenfreie Ernährung ist gesünder

Aufschrift "Glutenfrei" auf einer Kiste mit Brot
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Gluten ist schlecht, Gluten ist böse. Daher am besten gleich ganz darauf verzichten. Das versucht uns zumindest die Lebensmittelindustrie weiszumachen, die derzeit immer mehr glutenfreie Produkte liefert. Vom Brot über Würstel bis hin zu diversen Naschereien. Doch ist die in Weizen, Roggen, Gerste und Co. enthaltene Eiweißverbindung tatsächlich so ungesund? Wenn Sie an Zöliakie leiden: Ja. Nur tun das die meisten von uns Gott sei Dank nicht. Tatsache ist, dass es keine zuverlässigen Studien gibt, die belegen, dass es gesund ist, sich langfristig glutenfrei zu ernähren.

Kuhmilch verschleimt

Eine Frau gießt Milch in ein Glas
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Kuhmilch ist für Kälber gedacht, maximal noch für Kinder, aber keinesfalls für Erwachsene. Denn Kuhmilch und die aus ihr gefertigten Produkte verschleimen und begünstigen so Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Das behauptet zumindest die Traditionell Chinesische Medizin. Studien, die diese Behauptung untermauern, gibt es allerdings keine. So wurde etwa untersucht, ob sich der Konsum von Kuhmilch negativ auf Asthmaerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen auswirkt. Das Ergebnis: Sie tut es nicht. In einer anderen Studie wurde einer Gruppe Kuhmilch gereicht. Die andere bekam Sojamilch. Sämtliche Teilnehmer behaupteten zuvor, nach dem Genuss von Kuhmilch verschleimt zu sein. Die Teilnehmer wussten nicht, was sie zu trinken bekamen. Und letztlich zeigte sich hinsichtlich der Verschleimung auch kein Unterschied zwischen der Kuh- und der Sojamilchgruppe.

Grüne Smoothies fördern die Gesundheit

Grüner Smoothie
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Kaum etwas so gesundheitsfördernd wie grüne Smoothies. Weil sie so viele Vitamine enthalten. Und darüber hinaus reich am grünen Pflanzenstoff Chlorophyll sind. Das Problem ist nur: Es gibt keine einzige Studie, die diese höchst positive Wirkung des grünen Mixgetränks belegt. Und allein die Tatsache, dass es reich an Vitaminen ist, macht es noch lange nicht zum Gesundheitshit, nehmen die meisten Österreicher ohnehin genügend Vitamine und Mineralstoffe über ihre normale Ernährung auf. Auch der positive Effekt von Chlorophyll auf die menschliche Gesundheit konnte bis dato noch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Bislang gibt es laut VKI eine Studie, die sich mit dieser Thematik befasst hat. Und der zufolge hat der grüne Pflanzenstoff keinerlei Effekt.

Das Buch

"100 Ernährungs-Mythen", herausgegeben vom Verein für Konsumenteninformation
© VKI

Leben Vegetarier gesünder? Verursacht Fleisch Krebs? Macht Schokolade glücklich? Fundierte Antworten auf diese und 97 weitere Fragen liefert das Buch "100 Ernährungs-Mythen", für das Wissenschafter von Medizin-transparent.at an der Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit dem VKI 100 ernährungsbezogene Aussagen auf deren wissenschaftliche Stichhaltigkeit überprüft haben.


220 Seiten, Flexcover
ISBN 978-3-99013-060-5
19,90 Euro

Kommentare

Mathilde Heiml

In meiner Kindheit haben meine Eltern nie nachgedacht ob etwas gesund ist oder nicht. Das Essen WAR EINFACH GESUND und wir Kinder sind nie krank gewesen.
Heutzutage wird uns von den sogenannten Wissenschaftlern viel zu viel eingeredet und die schlechten und manipulierten Lebensmitteln tun unserm Körper gar nicht gut. Deshalb die vielen Kranken und die Medikamente der Ärzte zu ihr Übriges.

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