Sturm Graz hat sich mit einem souveränen 4:1-Heimsieg über Aufsteiger Wolfsberg aus der Krise geschossen. Im Heimspiel der vierten Runde steckten die Steirer einen schnellen 0:1-Rückstand nach nur 110 Sekunden problemlos weg und nützten die defensiven Schwächen der Kärntner eiskalt: Rubin Okotie mit einem Doppelpack (9., 44.) sowie Imre Szabics (7.) und Richard Sukuta-Pasu (41.) erzielten die Treffer für Sturm.
Trotz langer Verletztenliste - ein Sextett ist derzeit außer Gefecht - hat Sturm unter Neo-Trainer Peter Hyballa somit den schlechtesten Saisonauftakt seit sechs Jahren abgewendet. Nach zwei Niederlagen in den ersten drei Runden hält der Meister der Saison 2010/11 mit dem höchsten Ligaerfolg des Kalenderjahres nun bei sechs Punkten.
Schneller Gegentreffer
Mut zur Offensive versprach die Aufstellung von Sturm: Okotie und Sukuta-Pasu im Angriff, Bodul und Szabics im offensiven Mittelfeld und - wie sich schnell zeigen sollte - viel Rotation in den vordersten Linien. Pikanterweise erhielten die Hausherren aber schon 110 Sekunden nach dem Beginn einen "spanischen" Dämpfer: Polverino bediente den zentral postierten Jacobo, der gab zwei Verteidigern das Nachsehen und schoss gefühlvoll ein.
Zwei Tore in drei Minuten
Doch die Grazer fanden die perfekte Antwort. Erst hatte der unbegleitete Szabics nach Boduls Flanke bei einem Kopfball keine Mühe (7.), nur zwei Minuten später war der völlig vernachlässigte Okotie nach einem schnell abgespielten Freistoß und Zuspiel von Szabics zur Stelle, traf per Innenstange zur Führung (9.). Bei allen drei Treffern machten die Abwehrreihen der beiden Teams keine gute Figur.
Doppelschlag vor der Pause
Sturm wollte mit Druck und Aggressivität nachsetzen, kontrollierte das Geschehen über weite Strecke, kam aber vorerst zu keinen echten Chancen. Erst gegen Ende der ersten Hälfte zeigten sich die Gastgeber wieder erbarmungslos. Weber nutzte einen schweren Patzer Polverinos an der Mittellinie und spielte den Doppelpass mit Sukuta-Pasu, der zum 3:1 vollendete (41.). Nur wenig später legten die Blackies neuerlich die defensiven Abstimmungsprobleme der "Wölfe" offen: Sukuta-Pasu flankte auf den im Zentrum völlig unbehelligten Okotie, der zwar erst an Dobnik scheiterte, im Nachsetzen aber auf 4:1 erhöhte.
Vorsprung verwaltet
Ein Vorsprung, den sich Sturm nicht mehr nehmen ließ. Der WAC, dessen Coach Nenad Bjelica mit zwei Halbzeitwechseln für mehr Offensive zu sorgen versuchte, leistete sich zwar keine Schnitzer mehr, strahlte aber auch keine Gefahr aus. Und das, obwohl die Grazer einen Gang zurückschalteten. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware, das Duell endete in einem eher belanglosen Geplänkel. Die beste Chance vergab Sukuta-Pasu in der Nachspielzeit, er scheiterte aus zehn Metern an Dobnik.
Reaktionen
Peter Hyballa (Trainer Sturm Graz): "Es war ein wichtiger Sieg, auch wenn wir wieder mit einem blöden Fehler begonnen haben. Ich bin froh, dass wir drei Punkte geholt haben. Wichtig ist einfach, dass wir Erfolgserlebnisse aufzuweisen haben. Dazu muss man realistisch bleiben. Wir haben bis jetzt zwei Spiele gewonnen und zwei verloren, wir müssen einfach ruhigbleiben."
Nenad Bjelica (Trainer WAC): "Ich gratuliere Sturm zum verdienten Sieg. Wir haben in der ersten Hälfte viele Geschenke verteilt. Mit solchen Fehlern hätten wir auch gegen Ferlach verloren. Die Stürmer von Sturm zählen zu den besten der Liga, die bestrafen solche Fehler. Dennoch war das Ergebnis zur Pause zu hoch."