Den österreichischen Unis geht es finanziell nicht besonders gut: Daher diskutieren die meisten Universitäten laut über die Möglichkeit, nun doch Studiengebühren im Rahmen ihrer Autonomie einzuführen. Die Rektoren der Unis Salzburg und Innsbruck kündigten - vorbehaltlich einer Zustimmung ihres Senats - bereits eine Wiedereinführung an. Zumindest sehr wahrscheinlich ist, dass auch an der Wiener Wirtschaftsuni das Studium mit dem Wintersemester kostenpflichtig wird.
Nachdem der Uni allein im Sommersemester 1,5 Mio. Euro entgehen, werde man wahrscheinlich auf das Geld nicht verzichten können, heißt es aus dem Rektorat Wirtschaftsuni. Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen soll in den kommenden Wochen fallen.
An der landesgrößten Universität, der Uni Wien, ist man, wie in vielen anderen Universitäten auch, noch in Wartehaltung. Man sei noch in Gesprächen mit dem Ministerium, heißt es dort. Gleichzeitig wird allerdings darauf verwiesen, dass allein 2012 eine Finanzierungslücke von 7 Mio. Euro entsteht.
Rechtssicherheit entscheidend
Ohne Rechtssicherheit keine Einhebung von Studiengebühren - das war noch vor wenigen Monaten die Reaktion auf die Aufforderung von Wissenschaftsminister Töchterle, die Universitäten sollten nach der teilweisen Aufhebung der Studiengebührenregelungen durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) einfach autonom Beiträge in beliebiger Höhe von den Studenten kassieren.
Da sich die Koalitionsparteien nicht auf eine gesetzliche Neuregelung der Studiengebührenregelungen einigen konnten, werden mit 1. März jene Bestimmungen vom VfGH aufgehoben, die regeln, in welchem Fall Studiengebühren zu bezahlen sind. Derzeit sind nur jene 15 Prozent der Studenten beitragspflichtig, die aus Nicht-EU-Staaten kommen bzw. länger als die Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester brauchen. Unter die zahlreichen Ausnahmen fallen etwa Studenten, die überwiegend berufstätig sind.
Kommentare
Studiengebühren Jede Ausbildung kostet , warum soll dann ein Studium gratis sein ?