Streit um neuen Wiener Kassenvertrag: Ärztekammer droht jetzt schon mit Streik

Zuletzt drohten Mediziner mit Vertragskündigung Streit um einen neuen Gesamtvertrag spitzt sich zu

Im Streit um einen neuen Gesamtvertrag zwischen der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und der Ärztekammer für Wien drohen die Mediziner nun mit Streik. Sie verweisen in einer internen Information auf einen Ausstand in Deutschland. "Wir werden ebenfalls streiken, wenn sich die Beteiligten keinen Zentimeter bewegen", heißt es.

In dem mit 20. Jänner datierten und unter anderem von Kammer-Präsident Walter Dorner unterzeichneten Schreiben, das auf der Kammer-Website (http://www.aekwien.at/) abrufbar ist, wird das jüngste Honorarangebot der Kasse als "mediale Mogelpackung" bezeichnet. Die WGKK bietet für 2006 und 2007 jeweils plus 2,9 Prozent bei den Honoraren an, was die Ärztekammer in ein Tarifplus von 1,28 Prozent umrechnet. Die Ärzte fordern dagegen jeweils plus 4,5 Prozent bei den Tarifen, berichtet das "Wirtschaftsblatt".

Wann genau die Ärzte streiken wollen, lassen sie in dem Schreiben offen. "Derzeit bemühen wir uns noch in Berechnungen, Verhandlungen und Sitzungen geeignete Lösungen zu finden. Aber wenn es nicht mehr geht, sind wir es unseren Patienten und uns selbst schuldig, diese Missstände bei öffentlichen Protesten lautstark kundzutun", heißt es jedenfalls.

Zuletzt hat die Ärztekammer auch mit Vertragskündigung per 30. Juni 2006 gedroht. Sollte es zu einem solchen vertragslosen Zustand kommen, müssten die Patienten beim Arzt bar bezahlen und bei der Kasse um eine - höchstens 80-prozentige - Rückerstattung ansuchen. (apa/red)