Streit um Darwin an US-Schulen: Eltern in Kalifornien klagen vs. "Intelligentes Design"

Kläger: "Verstoß gegen wissenschaftliche Prinzipien"

Der juristische Streit um christliche Alternativlehren zu Darwins Evolutionstheorie an amerikanischen Schulen hat sich auf Kalifornien ausgeweitet. Erstmals zogen Eltern in dem Westküstenstaat vor Gericht, um gegen die Lehre vom "Intelligenten Design" an einer öffentlichen Schule zu klagen, berichtete die "Los Angeles Times".

"Intelligentes Design" propagiert das Mitwirken durch ein höheres Wesen an der Entstehung des Lebens. Schülern in der kleinen Ortschaft Lebec, rund 100 Kilometer nördlich von Los Angeles, wird seit Anfang Jänner ein "Philosophie"-Kurs angeboten, in dem unter anderem gelehrt wird, dass die Erde tausende und nicht Milliarden Jahre alt sei.

Elf Eltern von Schülern der Frazier Park High School fordern in ihrer Klageschrift ein sofortiges Verbot des Kurses. Das Lehrmaterial verstoße gegen die wissenschaftlichen Prinzipien des Biologieunterrichts und gegen seine Ansichten als Wissenschaftler, argumentierte einer der Kläger. Die zuständige Lehrerin, die einer christlich-fundamentalistischen Kirche angehöre, habe keine Lehrerlaubnis in den Fächern Wissenschaft, Religion oder Philosophie.

Im Dezember hatte ein Richter im Bundesstaat Pennsylvania die Vermittlung eines alternativen Konzepts untersagt. Bereits früher hatten US-Gerichte entschieden, dass "Kreationismus" - die wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte - im Schulunterricht nichts zu suchen habe. Das verstoße gegen die von der Verfassung garantierte Trennung von Staat und Kirche.

Verfechter des Design-Konzepts streben eine gerichtliche Anerkennung ihrer Lehre an. In zahlreichen US-Bundesstaaten haben Schulbehörden Aufkleber auf Biologiebüchern angeordnet, in denen die Evolutionslehre in Zweifel gezogen wird. Präsident George W. Bush, nach eigenem Bekunden ein tief religiöser Christ, hatte sich dafür ausgesprochen, Schüler auch über "Intelligentes Design" zu unterrichten. (apa/red)