Streif fordert erstes Opfer: ÖSV-Herrenchef Giger nach schwerem Sturz im Krankenhaus

Leichte Gehirnerschütterung und Rückenverletzung

Toni Giger, Cheftrainer von Österreichs alpinen Ski-Herren, muss sich die Rennen in Kitzbüehl vom Krankenhaus-Bett aus ansehen. Der 42-jährige Salzburger ist Freitagfrüh bei der Jurybesichtigung der Super-G-Strecke so schwer gestürzt, dass er sich eine leichte Gehirnerschütterung und eine Rückenverletzung zugezogen hat und mit dem Hubschrauber ins Kitzbüheler Krankenhaus geflogen werden musste.

Giger wurde im Lärchenschuss von einem Zuruf so irritiert, dass er die Kontrolle über seine Ski verlor und in ein Sicherheitsnetz katapultiert wurde. Weil Giger am Rücken einige Batterien mit sich trug, zog er sich eine derart schmerzhafte Wirbelsäulen-Verletzung zu, dass aus Sicherheitsgründen der Helikopter angefordert wurde. Im Krankenhaus wurde Giger gründlich durchgecheckt. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", berichtete ÖSV-Alpinchef Hans Pum.

Wirbelfortsätze gebrochen
Obwohl Giger bei seinem Sturz neben einer leichten Gehirnerschütterung auch den Bruch von drei Wirbel-Querfortsätzen erlitten hat, darf der Salzburger das Krankenhaus in Kitzbühel bereits Sonntag verlassen. Über die weitere Therapie wird danach entschieden. Wegen Gigers Fehlen wurde die in Kitzbühel vorgesehene Auslosung der Olympia-Kurssetzer nach Garmisch (Samstag) verlegt. Giger leitet diese Auslosung.

Bei der Mannschaftsführersitzung gab es pauschale Genesungs-Glückwünsche an den österreichischen Herrencheftrainer, aber auch einige ernste Kommentare. "Das war ein wirklich schwerer Unfall. Er soll eine Erinnerung daran sein, wie gefährlich unser Job sein und wie schnell etwas passieren kann", sagte etwa der Technische Delegierte der Speed-Rennen, Greg Johnson.

Ob auch Trainer und Helfer auf den Rennpisten Helme tragen sollten, darüber scheiden sich offenbar im Skizirkus die Geister. Während ÖSV-Alpinchef Hans Pum ("Meine Kinder fahren selbstverständlich mit Helm") diese Entscheidung lieber jedem Einzelnen überlassen möchte, agiert FIS-Renndirektor Günter Hujara seit Gröden im Dezember als "Role Model" und trägt Helm. In Gröden sollen künftig auch die Rutschkommandos "behelmt" auftreten.

"Ich leb's einfach vor, denn selbst ein Vakuum braucht Schutz", verpackte Hujara seine Botschaft in Humor. "Jeder, der einen Laptop kauft, besorgt sich sofort eine Schutzhülle. Da werde ich doch meinen persönlichen Computer auch schützen", so der Deutsche, der aber ausdrücklich keine "Helmpflicht" aussprechen möchte. "Tatsache ist aber, dass durch Helme Kopfverletzungen gemildert oder sogar vermieden werden können. Das zeigen aktuelle Untersuchungen ganz klar."

(apa)