Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer General Motors (GM) hat vor dem Insolvenzgericht erste Erfolge für den erhofften raschen Neustart erzielt. Zum Auftakt des in New York eröffneten Verfahrens legte der Richter einen straffen Zeitplan fest. Zur rettenden Finanzierung gab er bei der Anhörung zudem eine erste Tranche von 15 Mrd. Dollar für den führenden US-Hersteller frei.
Ein US-Insolvenzgericht hat eine beschleunigte Fusion mit dem italienischen Fiat-Konzern genehmigt. Der Einstieg von Fiat bei Chrysler könne bereits vollzogen werden, urteilte der zuständige Richter Arthur Gonzales in New York. Damit fällt die Zehn-Tage-Frist weg, die normalerweise nach der grundsätzlichen Zustimmung des Gerichts zu der Fusion gegolten hätte.
Hummer geht an China
Nach langer Suche hat der einst weltgrößte Autoriese unterdessen für seine Geländewagenmarke Hummer einen Käufer gefunden. Namen und Preis nannte der Hersteller nicht, in Medienberichten war aber von einem Interessenten aus China die Rede. Nach Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Obama hatte GM als letzte Überlebenschance zum Wochenanfang die Insolvenz beantragt.
Insolvenz-Verfahren
Der gut 100 Jahre alte Traditionskonzern GM will die Insolvenz binnen 60 bis 90 Tagen erfolgreich abschließen - also spätestens etwa Ende August. Das Verfahren läuft rechtlich als Auktion, weitere Kaufangebote neben dem Regierungsplan werden aber nicht erwartet.
Im größten Gläubigerschutz-Verfahren der US-Industriegeschichte soll der Konzern weitgehend verstaatlicht und gesundgeschrumpft werden, Zehntausende Jobs gehen nochmals verloren. Der Staat pumpt mehr als 50 Mrd. Dollar in GM, inklusive schon gezahlter 20 Mrd. Dollar. Zur weiteren Finanzierung seien exakt 33,3 Mrd. Dollar vorgesehen, gab GM bekannt. (apa/red)