Stichwort Enzyklika: Eins päpstliches Lehr- schreiben, das sich an Gesamtkirche richten

Enzykliken sind päpstliche Lehrschreiben von höchstem Rang. In ihnen nehmen Päpste zu grundlegenden theologischen und gesellschaftlichen Fragen in verbindlicher Weise Stellung. Allerdings gelten die Dokumente nicht als "unfehlbar". Die Texte sind aber dennoch Ausdruck der obersten Lehrgewalt des Papstes, und wollen nach einer Definition von Papst Pius XII. (1939-1958), ein "Urteil über bisher umstrittene Fragen aussprechen" und diese "der freien Erörterung der Theologen entziehen".

Papst Benedikt XVI. veröffentlicht seine erste Enzyklika, unter dem Titel "Deus Caritas est" (Gott ist Liebe). Italienische Medien hatten die Enzyklika ursprünglich bereits für den 8. Dezember angekündigt. Bei der Redaktion des Textes kam es jedoch durch mehrfache Änderungen zu einigen Verzögerungen. Die erste Enzyklika eines Papstes ist für manche wie eine "Regierungserklärung" des katholischen Kirchenoberhauptes, an der das Programm des neuen Pontifikats abzulesen sei.

Das Wort Enzyklika kommt vom griechischen Begriff "enkyklios", was "im Kreis laufend" bedeutet. Enzykliken sind also Rundschreiben, sie wenden sich an die ganze Kirche, besonders an die Bischöfe. Ihr Vorläufer waren Apostolische Briefe und versiegelten Urkunden (Bullen) sowie andere Formen von Erlässen und formellen Bescheiden. Die erste ausdrückliche Enzyklika behandelte 1740 die Amtspflichten von Bischöfen.

Erstmals nahm ein Papst 1891 in der Enzyklika "Rerum novarum" zur sozialen Frage Stellung. Als erster Papst richtete sich Johannes XXIII. im Jahre 1963 mit der Enzyklika "Pacem in terris" (Der Friede auf Erden) außer an die Katholiken "an alle Menschen guten Willens". Johannes Paul II. (1920-2005) veröffentlichte während seines langjährigen Pontifikats 14 Enzykliken.
(apa)