Ein kleines Mädchen, das wie aus dem Nichts auftaucht und eine Horrorgeschichte erzählt. Ein toter Autor, der aus einem Fluss gefischt wird. Eine einsame Polizistin, die das Geheimnis ihres Vaters lüften muss. Und ein mysteriöses Buch, dessen Inhalt aus scheinbar wahren Begebenheiten zusammengestrickt wurde. Das sind nur ein paar der zahlreichen Puzzlestücke, aus denen Steve Mosby seinen Krimi "Schwarze Blumen" zusammengesetzt hat.
Der Anfang von "Schwarze Blumen" ist vielversprechend und unheimlich. Ein kleines Mädchen steht verlassen an einem Pier, in ihrer Hand eine schwarze Blume. Die Geschichte, die sie erzählt, klingt nach einem Horrortrip. Ihr Vater würde auf einer abgelegenen Farm Menschen quälen und in der Erde verscharren, damit überall schwarze Blumen wachsen. Seine Familie würde er wir Sklaven halten, doch sie konnte als Einzige fliehen. Erzählt sie die Wahrheit? Oder hat sie sich diese grausame Geschichte nur ausgedacht?
Ein Rätsel mit vielen Puzzlesteinen
Die gleiche Geschichte findet sich später auch in einem Roman namens "Die schwarze Blume" wieder. Der Autor wurde ermordet. Auch ein zweiter Schriftsteller, der sich mit dem Buch beschäftigt hat, wird tot aus einem Fluss gezogen. Neil Dawson, sein Sohn, weiß, dass letzterer umgebracht wurde und dass er nicht, wie die Polizei vermutet, Selbstmord begangen hat. Neils schwangere Freundin wurde von dem Mann, der angeblich Menschen quält, entführt und nun muss er dem Geheimnis rund um das kleine Mädchen und um das Buch auf die Spur kommen, um seine Frau und sein Kind zu retten. Auch Detective Seargent Hannah Price ermittelt zeitgleich im Fall des verstorbenen Autors, denn ihr toter Vater scheint darin verwickelt zu sein. Und alle Beteiligten fragen sich: Wo beginnt die Wahrheit und hört die Fiktion auf?
NEWS.AT-Fazit
"Schwarze Blumen" ist der klassische Fall einer tollen Geschichte, die darunter leidet, dass der Autor zu viel will. Steve Mosbys Idee hätte das Zeug zu einem megaspannenden Krimi gehabt. Doch leider hat er dem Rätsel zu viele Komponenten hinzugefügt. Der Leser wird mit mehreren Sichtweisen und Erzählstrukturen stellenweise verwirrt. Mosby deutet außerdem vieles an, erklärt weniges und packt von Seite zu Seite mehr Aspekte in seine Geschichte hinein. Größter Kritikpunkt ist dabei der Umgang mit seinen Hauptprotagonisten, die trotz der tiefgehenden persönlichen Erlebnisse nur an der Oberfläche bleiben und dem Leser nicht wirklich nahe kommen. Bestes Beispiel dafür ist etwa Neil Dawson, der planlos von einem Ereignis zum anderen treibt, obwohl doch eigentlich die Leben seiner Freundin und seines ungeborenen Kindes am Spiel stehen. Im letzten Drittel des Buches gelingt es Mosby, mehr aus der Geschichte herauszuholen und doch noch Spannung aufzubauen. Wir finden trotzdem: Schade um diese tolle Idee. Da wäre mehr drinnen gewesen.
Weiterführende Infos
Steve Mosby: "Schwarze Blumen"
Droemer Verlag
400 Seiten, 15,50 Euro
ISBN: 978-3426199275
