Stellenabbau bei Quelle: Versandhaus
baut bis 2007 bis zu 180 Mitarbeiter ab

"Fitness-Programm" in der Zentrale in Linz Alle zehn Technik-Shops sollen zugesperrt werden

Das Versandhaus Quelle Österreich will bis 2007 zwischen 150 und 180 Mitarbeiter abbauen. Derzeit läuft ein "Fitness-Programm" in der Zentrale in Linz. Außerdem sollen alle zehn Technik-Shops zugesperrt werden. Das berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten in ihrer Dienstag-Ausgabe.

"Wir müssen schneller werden, dazu müssen wir schlanker werden", zitiert die Zeitung den seit September des Vorjahres als Vorstand in Linz tätigen Wolfgang Binder. Angesetzt werde dazu auf mehreren Seiten: Eine Führungsebene werde gestrichen, die rund 15 Betroffenen sollen zum Teil bei geringeren Bezügen im Unternehmen bleiben.

Kostenmäßig sei der österreichische Quelle-Hauptsitz in der Linzer Industriezeile laut Binder noch einmal auf den Kopf gestellt worden. Es würden Prozesse angepasst. Informationstechnologie, die eigene Werbemittelproduktion, Personal und Finanz seien als "autarke Einheiten" gestaltet worden. Sie müssten ihre Leistungen zu Marktbedingungen dem Kerngeschäft - das sind Einkauf und Vertrieb - anbieten.

Die zehn Technik-Geschäfte sollen bis Ende 2007 geschlossen werden. "Wir machen das sanft. Die Kunden holen sich immer mehr Beratung im Internet und brauchen diese Form der Versandunterstützung nicht mehr", so Binder. Von der Schließung seien direkt 80 bis 100 Mitarbeiter betroffen.

Gleichzeitig solle die Zahl der Quelle-Shops, die von Franchise-Partnern betrieben werden, ausgeweitet werden. Binder betonte, dass Quelle Österreich im Gegensatz zum Mutterkonzern Karstadt Quelle in Deutschland kein Sanierungsfall sei. "Wir absolvieren ein Fitnessprogramm."

Das Betriebsergebnis war 2004 mit 4,7 Mio. Euro negativ, Vorjahresverluste vergrößerten den Bilanzverlust auf 6,2 Mio. Euro. Zum Jahr 2005 sagte Binder derzeit nur, dass das erste Halbjahr schlecht gelaufen sei. Ein Teil des Restrukturierungsprogrammes, das seit Oktober läuft, zielte daher auf so genannte "Quick wins", also schnelle Resultate ab. Diese hätten im vierten Quartal bereits zu einem Umsatzplus geführt. 2006 werde das Jahr der Konsolidierung, ab 2007 "muss die Quelle wieder schwarze Zahlen schreiben", wird Binder zitiert.

(apa)