Steffen Hofmann will die Münchner "Löwen" führen: "1860 gehört in die Bundesliga"

Die 10: Ex-Rapidler vergleicht sich nicht mit Häßler 1860-Geschäftsführer Kneißl zu früherem Bayern-Engagement: "Er war jung und brauchte das Geld"

Mit dem früheren Rapid-Kapitän Steffen Hofmann will der TSV 1860 München die ersehnte Rückkehr in die deutsche Fußball-Bundesliga schaffen. "Sechzig ist kein Zweitliga-Verein, sondern gehört in die Bundesliga", sagte der 25-jährige Mittelfeldspieler nach dem ersten Training mit seinen neuen Kollegen am Dienstag in München. Am Tag zuvor war der Deutsche aus Wien in die bayerische Landeshauptstadt gereist, wo er bei den "Löwen" bis 2009 im Mittelfeld für Impulse sorgen soll.

Bereits seit über drei Jahren habe es Kontakte mit den Sechzigern gegeben, erklärte Hofmann. "Richtig eng war es seit Sommer." Den Weg in die 2. deutsche Liga empfindet Hofmann nicht als Rückschritt. "Der Zeitpunkt war genau richtig, um was Neues zu beginnen", sagte er. "Wenn man die Möglichkeit hat für Sechzig zu spielen und mit Sechzig aufzusteigen, dann soll man das machen."

Zwar wurde die Vertragsunterschrift Hofmanns bereits am Montag als perfekt vermeldet, doch letztlich unterzeichnete der 25-Jährige den Kontrakt erst am Dienstag - nach seiner ersten Trainingseinheit. Das erste Aufeinandertreffen mit den neuen Kollegen empfand er als "angenehm", die Vergleiche mit Thomas Häßler, der ebenso wie jetzt Hofmann das Trikot mit der Nummer 10 trug, als unangemessen. "Der Vergleich ist nicht angebracht. Thomas Häßler war ein absoluter Weltklasse-Spieler. Ich bin noch nicht am Höhepunkt meiner Karriere", sagte Hofmann, der vom 7. bis zum 16. Jänner mit dem Aufstiegsaspiranten auf Teneriffa überwintert.

Rund 500 Zuschauer waren zur ersten Einheit der Münchner in diesem Jahr gekommen und sahen Hofmann im Trainingsspiel in jener Mannschaft, die 6:3 gewann, wobei der Regisseur zwei Treffer vorbereitete. Neben Hofmann waren fast alle anderen 1860-Profis, darunter auch der Österreicher Harald Cerny, im Einsatz. Es fehlten lediglich der Brasilianer Rodrigo Costa (verspätete Rückkehr), Torben Hoffmann (leichtes Lauftraining wegen Knieverletzung), dafür mischte der Langzeitverletzte Roman Tyce nach seinem Kreuzbandriss wieder mit. "Mit Tyce und Hofmann können wir mit zwei sehr starken Verstärkungen die Rückrunde angehen", sagte der Geschäftsführer des Tabellen-Sechsten, Roland Kneißl.

Kneißl, der den Transfer am Montag über die Bühne gebracht hatte, ließ mit einem markanten Spruch in Bezug auf Hofmanns sportlicher Vergangenheit beim Stadtrivalen aufhorchen. "Er war jung und brauchte das Geld", lautete die Erklärung des Geschäftsführers für das Engagement des Ex-Rapidlers beim FC Bayern von 2000 bis 2002. Auch für die verspätete Ankunft in München fand Kneißl eine unorthodoxe Erklärung. "Wien wollte ihn anscheinend nicht hergeben", kommentierte er die widrigen Wetterbedingungen, die zu einer Flugverschiebung geführt hatten.

(apa/red)