Stefan Koubek im Interview nach dem Zagreb-Finale: "Top 100 sollten bald fallen"

Kärntner strotzt vor Daviscup vor Selbstvertrauen Rechnet mit Einsatz: "Der Erfolg spricht für sich"

Der Kärntner Stefan Koubek hat dem österreichischen Tennis mit seinem Final-Einzug beim ATP-Turnier in Zagreb rechtzeitig vor dem Erstrunden-Duell in der Daviscup-Weltgruppe gegen Kroatien einen unerwarteten Schub gebracht. Wenige Tage vor der Begegnung mit dem Titelverteidiger in der Schwarzl-Halle von Graz-Unterpremstätten nahm Koubek im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur zu seiner sportlichen "Auferstehung" Stellung.

APA: Stefan Koubek, Gratulation zu Ihren tollen Leistungen in
Zagreb. Nach dieser Woche werden Sie jetzt wohl einen Tag regenerieren.
Koubek: "Danke für die Gratulation! Nein, ich bin noch am Abend nach dem Finale nach Wien, um meine Daviscup-Sachen zu holen. Und schon heute (Anm.: Montag) werde ich in Unterpremstätten eine Stunde trainieren. Ich will schnell auf den Platz und auf Sand schon einmal einige lockere Bälle schlagen."

APA: Kapitän Thomas Muster hat vergangene Woche angedeutet, dass es zwischen Ihnen und Oliver Marach um den zweiten Einzel-Platz im Daviscup-Team gehen wird. Glauben Sie, dass Sie den Platz neben Jürgen Melzer jetzt sicher haben?
Koubek: "Ich glaube, ich habe die Entscheidung Tom einfacher gemacht. Es sollte keine große Diskussion geben. Außerdem muss sich Oli (Anm.: Marach) nicht nur wie ich auf den neuen Belag einstellen, sondern er hat auch die Zeitumstellung von Delray Beach. Ich tu mir bei so etwas immer schwer. Jedenfalls denke ich, dass mein Erfolg für sich spricht."

APA: Man hört heraus, dass sie derzeit viel Selbstvertrauen haben.
Koubek: "Das Selbstvertrauen ist sehr groß vorhanden. Ich bin über meine Leistungen überglücklich. Wenn ich nicht glücklich wäre, wäre etwas falsch. Da ändert es auch nichts, dass ich im Finale gegen Ljubicic verloren habe. Ivan wäre bezwingbar gewesen, aber ich war nervös und habe zu verhalten gespielt."

APA: Denken Sie, dass Sie beim Daviscup bessere Chancen haben, sollten Sie wieder gegen Ljubicic spielen?
Koubek: "Ich weiß, dass ich mich auf den Daviscup mehr freue als er. Ich war in meiner achten Zagreb-Partie nicht mehr so fit. Aber ich weiß, ich habe eine echte Chance, gegen ihn auf Sand zu gewinnen. Das ist mein Belag, und ich will meine Revanche."

APA: Woran liegt es, dass es plötzlich wieder so gut läuft?
Koubek: "Dass ich in Zagreb gespielt habe, war ja eher Zufall. Das war nur, weil ich davor in Wales bei einem Challenger in der ersten Runde verloren habe. Aber entscheidend war sicher, dass ich nach dem schlechten Jahr 2005 konsequent an mir gearbeitet habe, dran geblieben bin. Ich habe ja gewusst, dass ich es kann. Mir hat nur die Matchpraxis gefehlt. Denn fit und gesund bin ich, auch im Kopf bin ich stark. Das sind meine Stärken. Und kommen die Matches, kommt auch die Sicherheit zurück."

APA: Was ist nach diesen Erfolgen in nächster Zeit noch möglich, bleiben die Top 50 Ihr heuriges Saisonziel?
Koubek: "Ja, denn ich versuche jetzt am Boden zu bleiben. Nur, die Top 100 sollten schon bald einmal fallen. Wichtig ist nur, dass ich gesund und fit bleibe. Alles andere kommt von alleine."

APA: Finden Sie es ein bisschen schade, dass Sie den Schwung nicht gleich in eine neue Turnierwoche mitnehmen können, sondern der Daviscup dazwischen liegt?
Koubek: "Gleich noch ein Turnier wäre nicht schlecht. Aber wenn bei mir der Daviscup gut geht, dann ist es bei mir auch immer nachher gut weiter gegangen."

APA: Welche Turniere werden Sie nach dem Daviscup spielen?
Koubek: "Ich spiele auf jeden Fall ab 20. Februar einen Challenger in Besancon, für dort habe ich schon genannt. Danach hatte ich einen Challenger in Cherbourg geplant, aber vielleicht geht sich auch schon die Qualifikation in Dubai aus. Für danach habe ich die US-Turniere in Indian Wells und Key Biscayne geplant."

(apa/red)