Star Wars in 3D? Wenn sich das mal nicht verlockend anhört! Und tatsächlich: Ab Freitag (10. Februar) flimmert auch schon "Episode I" mit Dimensionssprung über die heimischen Kinoleinwände. Aber kann die 3D-Konvertierung den schlechtesten der sechs Teile in ein besseres Licht rücken? Mitnichten: Die dunkle Bedrohung (so der Untertitel) bleibt inhaltlich nach wie vor dunkel und zu dunkel, was die technische Umsetzung anbelangt.
Georg Lucas hat überraschender Weise keine zusätzlichen Szenen eingefügt, um mit 3D-Effekten zu protzen. Dabei hatte der Regisseur und geistige Vater von "Star Wars" in der Vergangenheit nie Probleme gehabt, nachträglich an seinen Produktionen herumzubasteln - und dafür harsche Kritik vieler Fans einstecken müssen. "Episode I", das letzte nicht digital gedrehte Abenteuer der Serie, blieb für die 3D-Version inhaltlich unangetastet. Aber auch optisch bietet das Spektakel keine wirklichen Neuerungen. Trotz Raumtiefe ändert sich durch die nachträgliche Konvertierung wenig am Gesamteindruck, in nur wenigen Szenen kommt die dritte Dimension beeindruckend zur Geltung. Wobei allerdings gilt: "Star Wars" gehört auf die große Leinwand, egal in welcher Fassung.
Ohne den Hype und aus der Distanz betrachtet ist "Die dunkle Bedrohung" nicht besser geworden. Noch immer muss man sich über die schwachen darstellerischen Leistungen von Schauspielergrößen wie Liam Neeson, Ewan McGregor und Natalie Portman wundern. Seltsam auch, dass Lucas dem besten Part, den bösen Sith-Krieger Darth Maul, so wenig Raum bietet und ihn vorschnell sterben lässt. Außerdem mangelt es an guten Dialogen. Selbst wenn die Original-Trilogie mitunter abstruse Inhalte zu bieten hatten, was ja der Serie den gewissen Charme verlieh, gab es doch stets markante Sprüche. In "Episode I" reden die Protagonisten fast nur Unsinn oder Belangloses.
Nur ein Triumph für George's Geldbörse
Lucas hat auf die "dunkle Bedrohung", dafür sei ihm gedankt, wesentlich bessere und liebevollere Abenteuer folgen lassen. Seine "Episode I" ist - 3D hin oder her - ein durchschnittlicher Kinderfilm mit ein paar spektakulären, an Videospiele erinnernden Szenen und in dem die meist gehasste Star-Wars-Figur Jar Jar Bings nervt. Den kommerziellen Triumph ("Die dunkle Bedrohung" spielte weltweit bisher mehr als 925 Millionen Dollar ein) wird Lucas in 3D wohl fortsetzen, zumal er die Serie nach der kürzlichen Veröffentlichung auf Blu-Ray irgendwann auch in 3D für die Heimanlage herausbringen wird.
