Die steigenden Spritpreise ärgern die Autofahrer an den Zapfsäulen schon lange und bereitet mittlerweile auch Wirtschaftsexperten immer mehr Sorgen: Die Ölpreise sind seit Beginn des Jahres zu schnell und zu stark gestiegen. "Die Ölpreise haben negativ zu Buche geschlagen." Diesen Satz kann man derzeit oft in Kommentaren von Volkswirten zur Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung lesen.
Nun geht der jüngste Höhenflug der Ölpreise sogar Saudi-Arabien zu weit. Das wichtigste Ölförderland der Welt sorgt sich um die Weltwirtschaft und will die Ölpreise wieder nach unten drücken.
Nicht im Interesse Saudi-Arabiens
Länder wie Saudi-Arabien verdienen glänzend an hohen Ölpreisen. Allerdings stellt sich mit Blick auf den zuletzt starken Anstieg der Preise die Frage: Wie lange noch? Es liegt keineswegs im Interesse des wichtigsten Förderlandes, die Weltwirtschaft mit zu hohen Ölpreisen abzuwürgen. Langfristig würde das nämlich empfindliche Einbußen in der Staatskasse des Königreichs nach sich ziehen. Saudi-Arabien will daher mit einer Ausweitung seiner Fördermenge den Höhenflug der Ölpreise stoppen und einen begrenzten Preisrückgang einleiten.
Konkret will Saudi-Arabien die Ölexporte in die USA ausweiten und zuletzt stillgelegte Ölfelder wieder reaktivieren, berichtet die "Financial Times" und bezieht sich auf eine Mitteilung der saudischen Regierung. Das Königreich wolle die Ölpreise auf "ein faires Niveau" zurückführen, zitiert die Zeitung aus einem Kabinettsbeschluss und beruft sich bei den Aussagen auf die offizielle saudi-arabische Nachrichtenagentur.
100 Dollar pro Barrel als Ziel
Als Zielmarke gab die saudische Regierung laut dem Pressebericht einen Ölpreis bei etwa 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an. Zum Vergleich: Seit Beginn des Jahres ist der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent von 107 Dollar auf zeitweise etwa 127 Dollar (96,2 Euro) Anfang März gestiegen. Der Preis für US-Öl sprang im gleichen Zeitraum von etwa 98 Dollar auf zeitweise mehr als 110 Dollar.
Preistreiber war in den vergangenen Monaten immer wieder der Atomstreit zwischen dem Ölförderstaat Iran und den westlichen Industriestaaten. Zeitweise drohte das Regime in Teheran sogar mit einer Blockade aller Öllieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die strategisch wichtige Meerenge von Hormus. Für die Ölmärkte wäre eine längerfristige Unterbrechung der Lieferungen aus dem Persischen Golf der GAU. Entsprechend nervös reagierten die Anleger und trieben die Ölpreise weiter in die Höhe.
Steigerung der Lieferungen
Nach Einschätzung der Commerzbank sind die saudi-arabischen Öllieferungen in die USA bereits in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. Die Rohstoffexperten der Bank beziehen sich auf Daten der US-Energiebehörde EIA. Demnach sind die saudischen Ölexporte in die größte Volkswirtschaft der Welt bereits seit Beginn des Jahres stark geklettert. Im März scheint sich die Entwicklung fortzusetzen, hieß es weiter bei der Commerzbank. Seit Monatsanfang sollen weitere neun Supertanker mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Barrel mit Ziel US-Golfküste gebucht worden sein. Die wertvolle Fracht soll ebenfalls für Normalität an den Ölmärkten sorgen.
Kommentare
EU- Sanktionen So sehen sie aus die EU- Sanktionen gegen Iran, Saudi Arabien tut doch nichts anderes , als dass es an den Ölpreiserhöhungen teilnimmt, die sich aus dem Iranboykott ergeben, diese Eu-Politik ist ein enormer Schuss ins eigene Knie
Die Ölhänddler glauben Saudi Arabien nicht Grundgesetz vom Ölmarkt wie bei jeden anderen Markt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Ist 1 Million Barrel zu wenig am Markt, dann muß der Kosument mit US$ 20 Preiserhöhung dazu gebracht werden 1 Million Barrel weniger zu verkaufen.
Also wenn Saudi Arabien ankündigt die Preise um US$ 20 zu drücken, dann heißt dies 1 Million Barrel mehr auf den Markt bringen.
Die Reaktion der Ölbörse gestern waren um US$2. Heute geht es wieder leicht nach oben.
Dies bedeutet die Ölhändler trauen Saudi Arabien gerade einmal zu die Ölproduktion um 0,1 Millionen Barrel zu steigern.
Saudi Arabien können bald im selben Zustand wie Mexiko sein, drastischer Rückgang der Ölfördermenge. Ratet mal was dann mit dem Preis passiert.
http://politik.pege.org/2011-oil-exit/
Re: Die Ölhänddler glauben Saudi Arabien nicht Tja dann wird noch weniger gekauft , die Öländler bleiben am Öl sitzen welches dann von Zeit zu Zeit immer billiger wird. Zuerst gehts steil nach oben und dann doppelt so schnell gegen den Boden mit dem Preis.... Weil Öl welches gebunkert wird, einfach niemanden etwas nutzt.