Sprengstoffanschlag vor Sri Lankas Küste: Marinestreife von Fischerboot gerammt

Mindestens 15 Seeleute sind ums Leben gekommen Regierung verdächtigt tamilische Rebellen

Bei einem Sprengstoffanschlag vor der Ostküste Sri Lankas sind in der Nacht auf Samstag mindestens 15 Seeleute ums Leben gekommen. Zwei weitere Seeleute konnten verletzt aus dem Wasser gerettet werden, nachdem ihr Streifenboot vor Trincomalee versenkt worden war, hieß es aus Colombo.

Ein mit Sprengstoff beladenes Fischerboot habe die Marinestreife am frühen Morgen gerammt. "Das Boot ist explodiert, und wir glauben, dass es sich um einen Selbstmordanschlag der Befreiungstiger von 'Tamil Eelam' (LTTE) handelt", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. In der Vergangenheit hätten die Unabhängigkeitskämpfer oft auf diese Art angegriffen.

Zwei verletzte Männer, die zu fliehen versuchten, wurden von einem weiteren Boot aufgegriffen. Der Anschlag ereignete sich vor der srilankischen Hafenstadt Trincomalee, die etwa 260 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt liegt. Es war das erste Mal seit dem Waffenstillstand von Februar 2002, dass in Sri Lanka ein Marineboot versenkt wurde.

In den Tamilengebieten flammt die Gewalt seit einiger Zeit wieder auf; im vergangenen Monat kamen dabei 115 Menschen ums Leben. Ende Dezember hatte die internationale Beobachtermission zur Überwachung des Waffenstillstands hatte vor einem erneuten Krieg in dem südasiatischen Land gewarnt.

Die Rebellen kämpfen seit 1972 für einen unabhängigen Tamilenstaat im Nordwesten Sri Lankas. In dem Konflikt wurden mehr als 60.000 Menschen getötet. Im Februar 2002 wurde unter norwegischer Vermittlung ein Waffenstillstand ausgehandelt; seit mehr als zwei Jahren stecken die Friedensgespräche aber in einer Sackgasse. Ende Jänner will die norwegische Regierung einen neuen Vermittlungsversuch unternehmen. (apa/red)