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Funktionäre können - falls sie wollen

Nina Strasser über die Nominierung von Tamira Paszek für die Olympischen Spiele

Sport - Funktionäre können - falls sie wollen © Bild: NEWS/Ricardo Herrgott

Es war einmal ein 800-Meter-Läufer, der zweimal das Olympialimit verpasste. Das eine Mal erbrachte er es sieben Tage zu spät. Vier Jahre später war er sieben Hundertstel zu langsam. Die Funktionäre hätten ein Auge zudrücken können. Wollten sie nicht. Es war einmal ein Ringer, dem winkte eine Wildcard für Olympia. Doch der Verband? Der winkte ab. Es waren einmal Beachvolleyballspielerinnen. Sie hatten ihre Tickets in der Tasche. Eine der beiden verletzte sich. Ein Arzt gab grünes Licht, der ÖOC-Arzt nicht. Die Tickets wurden wieder einkassiert. Es war einmal eine Tennisspielerin, die die internationale Qualifikation schaffte, die nationale nicht. Olympische Spiele? Keine Chance. Fast hätte es die Tennisspielerin auch 2012 nicht zu Olympia geschafft. Der Nummer 36 der Welt stand eine sportlich unbedeutende Klausel im Weg. Doch diesmal haben Verband und ÖOC um den Lebenstraum der Sportlerin gekämpft – und gewonnen. Tamira Paszek ist in London dabei. Sie will für Österreich eine Medaille holen.