SPÖ greift Regierung an: Reagiert mit
"extremer Ignoranz" auf Arbeitslosigkeit

VP konzentriert sich nur noch auf "Sudelkampagnen"

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Bures sieht Großkonzerne als die Profiteure der stetig steigenden Arbeitslosigkeit. So sei die Untätigkeit der Regierung bei diesem Problem auch zu erklären, meinte Bures am Montag. Eine weitere Begründung dafür sei die Konzentration der ÖVP auf "Sudelkampagnen" gegen die SPÖ: Die Regierungspartei sei deshalb nicht mehr in der Lage, Probleme zu lösen.

"Arbeitslosigkeit bedeutet auch stärkeren Lohndruck und geringe Einkommenszuwächse", sagt Bures. In 16 EU-Ländern mit sinkender Arbeitslosigkeit seien die Löhne in den vergangenen sieben Jahren im Durchschnitt um 2,4 Prozent gestiegen, in Österreich hingegen nur um 0,3 Prozent. Folglich würden vor allem Großkonzerne von dieser Entwicklung bei den Lohnnebenkosten und von anderen versteckten Folgen der Arbeitslosigkeit profitieren.

Ein neues Modell, um der Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz entgegenzuarbeiten, hat am Montag die Frauensprecherin der Grünen, Birgid Weinzinger präsentiert. Das Motto dabei ist die Verknüpfung von Wirtschaftsförderung und Frauenförderung. Eine verpflichtende Gleichbehandlungsprüfung solle Grundlage für die Vergabe von Wirtschaftsförderung sein, so das Grüne Konzept. Damit sollen Anreize für Frauenbeschäftigung geschafft werden.

Die hohe Frauenarbeitslosigkeit - im Jänner waren 111.512 Frauen bzw. 8,9 Prozent der Frauen arbeitslos -, starke Einkommensunterschiede, geringer Frauenanteil in Spitzenpositionen - nennt der Grüne Bundessprecher Van der Bellen als dringliche Beweggründe, um aktiv zu werden. "Das Humankapital Frau wird in Österreich viel zu wenig genutzt", so Van der Bellen. (apa/red)