SPEZIAL: DER EURO

SPEZIAL: DER EURO

Eurorechner Zwei Drittel der Betriebe in Österreich haben nach aktuellen Schätzungen die doppelte Preisauszeichnung (Schilling und Euro) schon eingeführt. In der Bevölkerung ist die Wahrnehmung der Euro-Preise allerdings noch schwach, weil die Auszeichnung noch "sehr dezent" ausfällt.

Dies stellte am Dienstag der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, bei einem vom Handelsverband initiierten Euro-Kolloquium in Wien fest.

Ab 1. Oktober besteht doppelte Preisauszeichnungs-Pflicht
Er hält die unscheinbare Preisauszeichnung für "nicht sehr klug und attraktiv" und rät dem Handel, den Euro-Preis stärker hervorzuheben. Spätestens am 1. Oktober muss dies ohnehin der Fall sein. Vom 1. Oktober 2001 bis 28. Februar 2002 besteht die gesetzliche Pflicht zur doppelten Währungsangabe. Nach diesem Zeitpunkt wird empfohlen, den Euro-Preis auffälliger darzustellen als den Schilling-Preis.

2000 erst ein Zehntel der Geschäftstransaktionen in Euro
Zum Stand der Vorbereitungen der Unternehmer auf die Euro-Umstellung am 1. Jänner 2002 verwies beim Kolloquium Johann Nagl von IBM Austria auf Umfragen, dass im Jahr 2000 erst ein Zehntel der Geschäftstransaktionen österreichischer Firmen in Euro durchgeführt wurden, ein Fünftel der Großunternehmen die Euro-Umstellung abgeschlossen hatte, etwa die Hälfte aller mittleren und großen Unternehmen aber nicht vor Jahresende 2001 damit fertig sein wird.

Selbst IBM-Kunden sind etwas müßig: Ende 2000 wickelte erst einer von 20 Kunden seine Geschäftstätigkeiten mit IBM in Euro ab. Erfahrungsgemäß sind nach Angaben des IBM-Managers 80 Prozent der Unternehmensprozesse "währungssensitiv".

Umstellung kostet 1,45 Mrd. Euro (20 Mrd. S)
Nach Schätzung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wird der einmalige Kostenaufwand von der Umstellung vom Schilling auf den Euro im Unternehmenssektor auf insgesamt rund 1,45 Mrd. Euro (20 Mrd. S) geschätzt. Da die Wirtschaft in der Euro-Umstellung längerfristig jedoch beträchtliche Einsparungen sieht, werden diese Kosten rasch "überkompensiert", ist OeNB-Gouverneur Liebscher überzeugt.