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Inflation frisst Sparzinsen auf

Die abermalige Zinssenkung der EZB, lässt die Sparzinsen fallen.

Sparen - Inflation frisst Sparzinsen auf © Bild: APA/Gindl

Der historische Tiefststand bei den Zinssätzen der EZB, lässt auch die Zinsen auf Sparguthaben weiter sinken. Längst liegen sie zumeist unter der Inflationsrate. Real verlieren Sparer also Geld.

Seit vielen Monaten wirft die Europäische Zentralbank (EZB) Geschäftsbanken frisches Geld hinterher. Zwar ist der Wettbewerb um Kundeneinlagen dennoch in vollem Gange, weil Banken auf Dauer eine stabile Kundenbasis brauchen. Doch hohe Zinsen suchen Anleger derzeit meist vergeblich. Im Gegenteil: Oft taugen die Angebote nicht einmal zum Ausgleich der Inflation.

Dennoch warnen Experten vor riskanten Alternativen."Nach Abzug der Inflation macht jeder, der sein Geld auf dem Konto, dem Sparbuch oder in Bundesanleihen anlegt, ein Verlustgeschäft", urteilte der deutsche Finanzexperte Bert Flossbach von der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch schon im Mai in einer Mitteilung mit dem Titel: "Die Enteignung der Anleger hat begonnen".

Ganz ähnlich argumentierte der Chef des Versicherungsverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, im Gespräch mit "Die Zeit": "Der Altersvorsorgesparer zahlt die Zeche für die expansive Geldpolitik zur Stützung von Banken und Staaten. Dazu kommt die höhere Inflation. Das Geld der Sparer wird täglich weniger wert. Das ist eine schleichende Enteignung."

Inflation frisst Zinsen auf
Am Donnerstag öffnete die EZB die Geldschleusen noch weiter und senkte den Leitzins von bereits niedrigen 1,0 Prozent auf 0,75 Prozent. Dass die Notenbanken den Geschäftsbanken im Dezember und Februar zudem insgesamt 1 Billion Euro extrem billiges Geld zur Verfügung stellten, verdarb zusätzlich die Preise für Sparer.

Die Rechnung ist im Grunde einfach, wie ein Blick auf Daten der Frankfurter FMH Finanzberatung zeigt: Wer auf dem Sparbuch für 0,5 Prozent Jahreszins 20.000 Euro anlegt, verliert bei einer Inflation von 2,1 Prozent pro Jahr 1,6 Prozent an Kaufkraft. Im Verlauf von zehn Jahren verringert sich der reale Wert der Anlage bei gleichbleibenden Bedingungen auf nur noch 17.020 Euro, was einem Verlust von fast 15 Prozent entspricht.

Obwohl das vielen klar ist, bleiben die meisten Menschen traditionellen Anlageformen treu - auch, weil Rendite für manche Sparer nicht alles ist. Wer sich nach lukrativen Alternativen umschaut, sieht sich entweder zu exotischen Banken oder in riskante Anlagen getrieben.

Besser Geld ausgeben
Andere Anlagen wie Anleihen von Unternehmen, die für mehrere Jahre sieben bis zehn Prozent Zinsen jährlich versprechen, halten Verbraucherschützer für riskant: Anleger müssten sich im Klaren sein, dass sie dabei ihren Einsatz komplett verlieren können. Bleiben noch: Gold? Überteuert, meinen Experten. Immobilien? Günstige Darlehen sprechen dafür, doch Kapital wird so langfristig gebunden.

Freuen können sich hingegen diejenigen, die Geld ausgeben wollen. Denn niedrige Sparzinsen bedeuten natürlich auch niedrige Kreditzinsen. Wer also gerne investieren möchte, dem bieten sich nun konkurrenzlos günstige Angebote an. Da trifft es sich gut, dass die Österreicher ohnehin wieder vermehrt Geld ausgeben wollen.

Kommentare

Das war ja zu erwarten! Um die hohen Schulden aufzubringen muss "Geld entwertet werden".

Das kann über hohe Inflation oder niedrigen Zinsen gesteuert werden. Zahlen tut es auf alle Fälle wieder einmal "der kleine Mann".

landgraf29

Mich freut es..... Da ich mir nichts erspart habe und noch ein paar Kredite laufen habe, trifft es sich sehr gut, dass die Leitzinsen gesenkt wurden. Kann also weiter mein übrig gebliebenes Geld mit Freude ausgeben. Meine Freunde, welche fleißige Sparer waren tun mir leid!

Sparen ? Angesichts dessen was Banken am Finanzmarkt mit unserem Ersparten so treiben und dabei für uns ein realer Wertverlust übrigbleibt, ist es beinahe sinnvoller den guten alten Sparstrumpf zu aktivieren.

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