Spannungen in Nahost: Zusammenstöße zwischen Israels Armee und Siedlern

Ohne Genehmigung errichtete Häuser geräumt 250 Menschen wurden bei der Räumung verletzt

Bei der Räumung der illegalen jüdischen Siedlung Amona im Westjordanland sind am Mittwoch nach Angaben des staatlichen israelischen Rundfunks mehr als 250 Menschen verletzt worden. Hunderte Polizisten trafen auf erhebliche Gegenwehr von Siedlern und Sympathisanten, als sie neun Häuser stürmten, die ohne Genehmigung errichtet worden waren. Die neun Häuser wurden niedergerissen.

Von den mehr als 250 Verletzten seien Rettungskräften zufolge nur zwei schwer verletzt, berichtete der staatliche Rundfunk. Es handele sich um einen Grenzer und um einen 15-jährigen Jugendlichen. Unter den Verletzten waren auch die ultrakonservativen israelischen Parlamentarier Effi Eitam und Arieh Eldad.

Die Sicherheitskräfte waren mit Planierraupen und Baggern in die Siedlung eingerückt. Der Oberste Gerichtshof hatte zuvor einen Einspruch der Siedler gegen den Abriss der illegal errichteten Häuser zurückgewiesen. Bevor sie mit den Abrissarbeiten beginnen konnten, mussten Polizisten und Soldaten zunächst die besetzten Gebäude räumen.

Auf den Dächern der besetzten Häuser hatten sich mehrheitlich junge Siedler verschanzt. Sie bewarfen die mit Helmen und Schutzschilden ausgerüsteten Polizisten mit Steinen, Metallrohren, Brettern, Farbe und Sandsäcken. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein.

Regierungschef Olmert verurteilte den gewalttätigen Protest. "Wenn Ziegelsteine auf die Köpfe von Soldaten und Polizeioffizieren geworfen werden, ist die Grenze klar überschritten", sagte er. Dies könne nicht hingenommen werden.

Der Chef des Rates der jüdischen Kolonien im Westjordanland, der größten Siedlerorganisation des Gebiets, Benzi Liebermann, übte Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. "Was sich heute ereignet hat, entzweit das Volk", sagte er. Der Rabbinerrat des Westjordanlands drohte der Regierung Olmert mit einem "Krieg". (apa)