Spannender Wahlherbst: Rennen um Platz eins bei Nationalratswahl noch völlig offen!

IMAS: SPÖ 42, ÖVP 39, Grüne 11, FPÖ 6 & BZÖ 2%! NEWS: HPM bereitet Kandidatur bei der NR-Wahl vor<br>PLUS: Für welche Partei würden Sie derzeit stimmen?

Ein spannender Wahlherbst steht bevor: Eine Erhebung des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS sieht das Rennen um den ersten Platz bei der Nationalratswahl im Herbst 2006 noch völlig offen. Nach der Umfrage würden sich derzeit 42 Prozent der Österreicher für die SPÖ und 39 Prozent für die ÖVP entscheiden. Die Grünen kämen auf elf Prozent, die FPÖ auf sechs und das BZÖ lediglich auf zwei Prozent.

IMAS führte im November und Dezember persönliche bzw. telefonische Interviews mit insgesamt 2.000 wahlberechtigten Österreichern durch. Dabei zeigte sich, dass sich die Sozialdemokraten im Vergleich zur vorangegangenen Nationalratswahl im November 2002 um mindestens fünf Prozent verbessert haben. Die ÖVP hingegen muss demnach eine Stimmeneinbuße von drei bis vier Punkten in Kauf nehmen. Die Grünen liegen in der Sonntagsfrage leicht über ihrem 2002 erzielten Ergebnis.

Die FPÖ hätte nach der freiheitlichen Spaltung im vergangenen Frühjahr einen Verlust von vier Prozentpunkten zu verzeichnen, könnte aber mit einem Einzug in den neuen Nationalrat rechnen. Ziemlich fraglich ist laut IMAS nach dem augenblicklichen Stand dagegen der Fortbestand des Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ).

Verschiebungen in der politischen Tektonik
Die gegenwärtigen Parteipräferenzen lassen nach Ansicht der Meinungsforscher noch keinerlei Rückschlüsse auf den Ausgang der heurigen Nationalratswahl zu. Die lockerer gewordenen Bindungen an die Parteien würden vielmehr noch relativ starke Verschiebungen der politischen Tektonik möglich machen. Als wesentliche Einflussfaktoren sieht IMAS nicht zuletzt die Eindrücke von der österreichischen EU-Präsidentschaft und von der weiteren Entwicklung der Wirtschaft.

SPÖ oder ÖVP? Harter Kampf um Platz 1
Das Rennen um Platz eins sei noch völlig offen. Viel werde wahrscheinlich davon abhängen, in welchem Ausmaß es der ÖVP gelingt, die im internationalen Vergleich günstige Situation Österreichs als Verdienst der Regierungspartei glaubhaft zu machen, so das Institut. Die Ansicht der Bevölkerung sei weit verbreitet, dass es den Menschen besser gehe als in den meisten anderen westeuropäischen Ländern. In einer solchen Situation habe es die Opposition naturgemäß schwerer, die Arbeit der Regierung in Zweifel zu ziehen.

Gusenbauer: "Koalition mit der Bevölkerung"
Die SPÖ-Spitze und Parteichef Gusenbauer haben den Vorwurf des Populismus zurückgewiesen, der zuletzt im Zusammenhang mit dem EU-Kurs und der Kritik an der EU-Plakataktion "Peace gerollt" gegen die Partei erhoben worden war. In der "ZiB2" meinte Gusenbauer, die SPÖ sei nicht in einer Koalition mit der FPÖ, sondern in einer "Koalition mit der Bevölkerung", die mit Recht skeptisch gegenüber der europäischen Politik sei.

Die SPÖ sei eine "klar pro-europäische Partei", betonte Gusenbauer. Die SPÖ wolle eine Kursänderung, damit die EU nicht den Großkonzernen, sondern den Menschen diene. Kaum jemand habe sich mehr für den EU-Beitritt Österreichs eingesetzt als er selbst, sagte Gusenbauer. Die Menschen, bei denen er für die EU geworben habe, fragten jetzt aber, was aus den Versprechen geworden sei. Solange die EU nicht sozialer sei, und sich der Beschäftigung widme, werde es eine enorme Distanz zu den Bürgern geben. Jene die glauben, dass man nichts ändern müsse, würden diese Kluft nicht kleiner sondern größer machen, sagte Gusenbauer am Rande der Präsidiumsklausur in Bad Häring.

(apa/red)