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Sozialplan für "WirtschaftsBlatt"-Mitarbeiter geplatzt

Betriebsrat spricht von ungewöhnlich niedrigem Angebot

Die Sozialplan-Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat der eingestellten Tageszeitung "WirtschaftsBlatt" sind geplatzt. Grund dafür sei laut Betriebsrat ein ungewöhnlich niedrig angesetztes Angebot seitens der Geschäftsführung der Wirtschaftszeitung. Dort hieß es indes auf APA-Anfrage, dass weit über das gesetzliche Ausmaß gehende Angebote gemacht wurden.

Auch nach der 11. Verhandlungsrunde sei kein Ergebnis möglich gewesen, der Betriebsrat habe den Sozialplan nicht angenommen. "Es wurden weit über das gesetzliche Ausmaß gehende Angebote gemacht und sozial verträgliche Lösungen für alle Mitarbeiter ausgearbeitet", teilte die "WirtschaftsBlatt"-Geschäftsführung in einer Stellungnahme mit.

Der Betriebsrat will nun die Schlichtungsstelle beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht anrufen, da es sich bei einem Sozialplan um eine erzwingbare Betriebsvereinbarung handle, wie es gegenüber der APA hieß. Die Belegschaftsvertretung zeigte sich zugleich enttäuscht darüber, dass die Styria Media Group, zu der neben dem "WirtschaftsBlatt" auch die "Kleine Zeitung" und "Die Presse" gehören, ihrer sozialen Verantwortung nicht nachgekommen sei. Die Geschäftsführung des "WirtschaftsBlatt" äußerte ihr Bedauern und will am Montag "persönliche Gespräche" mit den betroffenen Mitarbeitern führen, "um individuelle Lösungen zu finden".

Das "WirtschaftsBlatt" wurde am 2. September nach knapp 21 Jahren Bestehen eingestellt. Den drastischen Schritt begründete man bei der Styria Media Group mit der schwierigen Marktlage, bisherigen Verlusten und damit, dass die Kosten des Betriebs auch künftig nicht vom Markt refinanzierbar seien. Man habe alles versucht, die Entscheidung sei aber leider unumgänglich gewesen. Gespräche mit potenziellen Interessenten verliefen im Sand. Vom Aus für die Tageszeitung sind insgesamt 66 Mitarbeiter betroffen.

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