Sorgen vor Olympia-Generalprobe in Ofterschwang: Drei Damen könnten ausfallen

Götschl, Obermoser und Meissnitzer sind verletzt Voraussichtlich neun ÖSV-Ladys bei Olympia dabei

Sportlich ist die Bilanz der ÖSV-Damen bei den drei Rennen in Cortina d'Ampezzo trotz der unerwarteten Super-G-Pleite mit zwei Siegen grandios gewesen, trotzdem hat Damenchef Herbert Mandl vor der Olympia-"Generalprobe" von Freitag bis Sonntag in Ofterschwang Sorgen. Renate Götschl muss wegen einer Seitenbandzerrung in Deutschland sicher passen, der Start der am Knie verletzten Alexandra Meissnitzer im Allgäu ist noch offen.

Abfahrts-Siegerin Götschl hatte nur einen Tag nach ihrem neunten Triumph auf der Tofana, mit dem sie Ingemar Stenmark überflügelt hatte, am Sonntag im Riesentorlauf einen kapitalen Überschlag fabriziert. Prellungen und eine Innenbandzerrung im rechten Knie waren die Folge, jetzt muss die steirische Speed Queen statt Schneetraining zur Therapie.

Zwar sind noch mehr als zwei Wochen bis zur Olympia-Abfahrt, wann Götschl wieder Skifahren kann, war vorerst aber offen. "Vielleicht kann man sie ja auch mit einer Schiene unterstützen", hoffte Mandl und war sich bewusst, dass auch noch viel mehr passieren hätte können. "Bei Stürzen ähnlicher Art sind auch schon Kreuzbänder gerissen." Er ging aber am Montag davon aus, dass Götschls letzter Olympia-Auftritt nicht gefährdet ist.

Günstiger sieht es bei Meissnitzer aus, die sich im ersten Cortina-Abfahrtstraining einen Erguss im linken Knie zugezogen hatte. "Sie ist in Cortina ja schon wieder Super G gefahren", so Mandl. Die Salzburgerin wird am Donnerstag in Hinterreith, wo die ÖSV-Damen seit Montag für die letzten Rennen vor Olympia trainieren, einen Fitnesstest absolvieren.

Götschl und Meissnitzer haben ihre Olympia-Plätze prinzipiell sicher, und es wird voraussichtlich bei neun ÖSV-Damen im Olympiaaufgebot bleiben, womit den Herren 13 Plätze zur Verfügung stünden. Ausnahme: Falls Brigitte Obermoser doch noch fit werden sollte, ist sie Olympia-Ersatzfrau für die Abfahrt. Obermoser war aus Cortina mit Verdacht auf Kreuzbandriss abgereist. Nach einer MRI-Untersuchung am Donnerstag wird man mehr wissen. "Alle Anderen sind in der Abfahrt viel zu weit weg, um Thema zu sein", legte sich Mandl fest.

Zu den ausschließlich Strahlenden in Cortina gehörten Niki Hosp und Elisabeth Görgl. Hosp feierte im Riesentorlauf ihren ersten Sieg seit rund zwei Jahren, Görgl wurde sowohl in Abfahrt (Karriere-Bestleistung) als auch im Riesentorlauf Dritte. "Endlich war das Glück wieder mal auf meiner Seite", strahlte Hosp nach dem Ende ihre langen Durststrecke. Eine Woche zuvor hatte sie ja bereits beim Super-G-Debüt mit Platz drei in St. Moritz geglänzt, was sie zur potenziellen Vierfach-Starterin in Italien machen könnte. "Das liegt jetzt nicht in meiner Hand, sondern in der der Trainer", so Hosp.

In Ofterschwang stehen zwei Riesentorläufe (Freitag und Samstag) und ein Slalom (Sonntag) am Programm. "Niki und Kathrin Zettel liegen im Riesentorlauf nur rund 90 Punkte hinter der Spitze und sollen um den Anschluss kämpfen", so Mandl. In beiden Disziplinen werden aber auch noch die restlichen Olympia-Startplätze ausgefahren. Im Slalom hat derzeit hinter Marlies Schild, Nicole Hosp und Zettel die Salzburgerin Michaela Kirchgasser die besten Karten auf den vierten Platz. "Aber Görgl könnte mit einem guten Ergebnis auch im Slalom am Ende die Nase vorne haben", machte Mandl klar, dass auch hier noch vieles möglich ist.
(apa/red)