Söndergaard als Trainer präsentiert: Mit Dänen will GAK 'skandinavischen Weg' gehen

Vorgabe: Legionärs-Abbau und Einbau junger Spieler Sükar rechtfertigt Beurlaubung von Walter Schachner

Mit dem Auftrag zum "skandinavischen Weg" ist der Däne Lars Söndergaard am Dienstag offiziell als Trainer des österreichischen Fußball-Bundesligisten GAK präsentiert worden. Der 46-Jährige folgt beim Tabellen-Vierten Walter Schachner nach, der am Montag überraschend beurlaubt worden ist. Söndergaard erhielt einen Vertrag bis 2008, die finanzielle Konsolidierung des verschuldeten Vereins hat bis dahin Priorität vor sportlichen Zielen.

"Es ist für mich sehr überraschend gekommen, dass ich von heute auf morgen Cheftrainer beim GAK bin. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie weh das tut, wenn man von einem Verein beurlaubt wird", zeigte sich Söndergaard mitfühlend.

An die sportlichen Erfolge seines Vorgängers, der den GAK zum bisher einzigen Meistertitel der Vereinsgeschichte 2004 geführt hat, anzuschließen, ist auf Grund des Sparkurses wohl auszuschließen. "Die Latte liegt sehr hoch, Schachners Ergebnisse zu wiederholen ist fast unmöglich. Die Aufgabe ist schwierig, aber ich freue mich darauf. Das Ziel ist ein konsolidierter Mittelfeldplatz", sagte Söndergaard, der von einem Gönner finanziert wird.

Vorerst keine sportlichen Ziele gestellt
Sportliche Ziele werden dem neuen Trainer von GAK-Präsident Harald Sükar vorerst gar nicht gestellt. "Es sind immer noch Altlasten da, wir müssen schauen, dass wir uns finanziell erholen", gestand Sükar, der einen "skandinavischen Weg" fordert. Also den Abbau von (teuren) Legionären und den Einbau junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Angebote würde es derzeit nicht geben, doch Imants Bleidelis, James Obiorah oder selbst Mario Bazina, Österreichs Fußballer das Jahres, würden abgegeben werden, wenn Angebote finanziell entsprechen.

Sükar rechtfertigte noch einmal die Beurlaubung von Schachner, die nach einem einstimmigen Beschluss des Arbeitspräsidiums ausgesprochen worden war. "Sportlich gibt es keine Kritik, im Gegenteil. Was Schachner mit dem GAK erreicht hat, grenzt an ein Wunder. Die finanzielle Konsolidierung hat Vorrang. Im Dezember hat es mit Schachner ein Gespräch über die Zukunft des GAK gegeben, er war nicht bereit, das mitzutragen", betonte Sükar.

Dem hat Schachner allerdings schon am Montagabend widersprochen. "Ich wurde gefragt, ob ich mir eine Arbeit unter diesen Aspekten vorstellen könne. Meine Antwort darauf war ein klares Ja", hatte Schachner betont. Der nunmehrige Ex-Trainer hatte laut Sükar auch personelle Änderungen gefordert (neuer Amateurtrainer, neuer Sportdirektor), Sükar befürchtete, dass der GAK damit noch mehr von Schachner abhängig wäre. Und der wurde zuletzt häufig als Kandidat bei in- und ausländischen Klubs gehandelt. Klare Absagen hat er nicht erteilt.

(apa/red)