Snowboardcross: Der neue Star im
olympischen Snowboard-Programm

Vier Fahrer gleichzeitig auf Parcours unterwegs

Snowboard ist seit 1998 in Nagano olympisch. Damals wurden Medaillen in der Halfpipe und im Parallelslalom vergeben, vier Jahre später in Salt Lake City wurde der Slalom vom Parallel-Riesentorlauf abgelöst. Beim dritten Olympia-Auftritt in Turin ist mit dem Snowboardcross, kurz SBX genannt, ein dritter Bewerb dazu gekommen. Viele sagen, er sei auch der attraktivste.

Der spektakuläre Snowboardcross erlebt in Bardonecchia seine olympische Feuertaufe. Im Weltcup oder bei den legendären X-Games, den Spielen der Winter-Trendsportarten, ist der SBX schon weit länger im Programm. Wegen Olympia hatte sich selbst der mittlerweile 37-jährige US-Superstar und Trendsetter Shaun Palmer den Qualifikationsmühlen unterworfen. Wegen eines Achillessehnen-Risses fehlt der sechsmalige X-Games-Sieger aber in Italien.

An Palmers Stelle werden sich bei der olympischen Premiere andere Fahrer den künstlichen Parcours hinunterstürzen, der aus Steilkurven (Banks), Buckeln (Whoops), Bodenwellen (Waves) und Sprüngen (Kicker) besteht. Jeweils vier Boarder sind gleichzeitig unterwegs, die früher oft unfairen Fahrmanöver wurden durch rigorose Video-Überwachung und Verwarnungen wie im Fußball eingedämmt. Bei den Herren sind inklusive Qualifikation (32 kommen ins Finale, bei den Damen 16) gleich sechs kräfteraubende und mitunter gefährliche Läufe notwendig, um Medaillen zu gewinnen.

Wenn der SBX eine Schwachstelle hat, dann jene, dass zu oft die ersten Fahrsekunden vorentscheidend sind und zu oft gewinnt, wer als Führender in die erste Bank geht. Perfekte Starts und schnelle Boards sind deshalb spielentscheidend. "Wir können weder antauchen noch Schlittschuhschritte machen", erklärte etwa Österreichs erfolgreichste SBX-Fahrerin, Doresia Krings.

(apa)