Sniper von Wien von

Das Geständnis der Sniper

NEWS-exklusiv: Was die Verdächtigen Lukas G. und Raphael R. in den Verhören sagen

Sniper von Wien - Das Geständnis der Sniper © Bild: NEWS/Marcus Deak

Wie NEWS in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe exklusiv berichtet, haben die mutmaßlichen Sniper Lukas G. und Raphael R. in Verhören mit der Polizei weitaus mehr Taten gestanden, als ihnen die Kripo anlasten konnte. Die beiden stehen unter dem dringenden Verdacht, am 15. September in Wien mit einer Luftdruckpistole 21 Menschen angeschossen und drei ihrer Opfer schwer verletzt zu haben.

Die beiden 20-Jährigen gaben zu, bereits Ende Juli auf der Donauinsel mit einem Luftdruckgewehr auf einen Menschen geschossen zu haben. Lukas G. vor den Fahndern: "Ich habe abgedrückt. Und anscheinend getroffen, weil wir die Person ,aua’ schreien hörten. Anschließend gingen wir den Uferweg entlang und schossen abwechselnd auf Lampen, die ich nach ihrem Erlöschen mit meinem Handy fotografierte." Kurz danach, so berichten die beiden Tatverdächtigen in Vernehmungen weiters, seien sie von einem Polizisten gefragt worden, "ob wir gesehen hätten, wer die Laternen demoliert hat. Wir teilten dem Beamten mit, dass wir keine Angaben zu dem Vorfall machen können."

Nur knapp 12 Stunden nach dem Vorfall in Wien-Donaustadt hätten die zwei Jugendlichen außerdem auf einem Parkplatz der Shopping-City-Süd mit einer Luftdruckwaffe auf fünf Menschen gezielt; mindestens zwei Personen sollen nach Schussabgaben ebenfalls getroffen worden sein.

Das Protokoll der irren Fahrt durch Wien
Am 15. September 2011 sollen die 20-Jährigen schließlich eine irre Fahrt durch Wien unternommen haben, dabei wurden mutmaßlich 21 Menschen angeschossen und drei davon schwer verletzt. Gegenüber der Polizei schilderten die Verdächtigen, was an dem Tag passiert ist:

"Um 16.30 Uhr holte mich Raphael mit dem Opel seiner Mutter von der Firma, in der ich arbeitete, ab", so Lukas G., "wir fuhren zu einem Waffengeschäft und nahmen dort eine Luftdruckpistole, die ich schon davor bestellt hatte, entgegen und kauften auch Munition. Gegen 17 Uhr gab ich am Gürtel den ersten Schuss auf einen Fahrzeuglenker ab."

Eine wilde Tour durch die halbe Stadt, ohne echtes Ziel. Lukas G.: "Ich zielte vom Beifahrersitz aus auf Personen. Raphael schoss ebenfalls mit meiner Waffe, von der Fahrerseite aus; und durch das geöffnete Fenster neben mir." Was Raphael R. bestreitet: "Ich habe lediglich das Auto gelenkt." Und danach? "Kutschierte ich Lukas um 23 Uhr nachhause; fuhr anschließend selbst heim und legte mich ins Bett." Das Motiv für die "Aktion"? "Wir wissen nicht, warum wir das alles getan haben", sagen die zwei Burschen; dass sie "niemanden verletzen, sondern bloß ein paar Leute erschrecken wollten"; dass sie, "nachdem wir in Zeitungen über die Folgen unseres Handelns gelesen hatten, beschlossen haben, nie mehr wieder unsere Waffen zu gebrauchen".

Weiterer Heckenschütze unterwegs?
Die Kripo geht davon aus, dass die zwei Tatverdächtigen auch am 10. September auf der rechten Wienzeile einen Mann angeschossen haben. Lukas G. und Raphael R. bestreiten jedoch jeden Zusammenhang mit dieser Tat. Zudem soll es Hinweise geben, dass in Wien noch ein Heckenschütze (der einen schwarzen Golf fährt) unterwegs sein könnte.

Das ganze Geständnis der Verdächtigen lesen Sie im NEWS 41/11!

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