Slowakisches Militärflugzeug in Ungarn abgestürzt: 44 Tote - ein Überlebender!

Geborgener Mann schwebt in akuter Lebensgefahr Maschine prallte gegen einen 700 Meter hohen Berg<br>Ursache: Womöglich Feuer an Bord der Antonow<br><b>BILDER</b> vom Absturz in ostungarischem Waldstück

Der Absturz einer slowakischen Militärmaschine im Nordosten Ungarns hat Donnerstag Abend 44 Menschen das Leben gekostet. Das erklärte Polizeisprecher Laszlo Garamvolgyi Freitag früh in Hejce, einer rund 10 Kilometer vom Absturzort Telkibanya entfernten Dorf. Ein Mann überlebte den Angaben zufolge den Crash. Er schwebt aber in akuter Lebensgefahr.

Bei den Absturzopfern handelte es vorwiegend um Soldaten der Kosovo-Schutztruppe KFOR und Angehörige des Hilfsdienstes für die Kosovo-Mission sowie acht Crew-Mitglieder. Die aus der Kosovo-Hauptstadt kommende Maschine stürzte um 19.30 Uhr rund 20 Kilometer vor dem Zielflughafen in der slowakischen Stadt Kosice (Kaschau) nahe Telkibanya ab, nachdem sie gegen den 700 Meter hohen Berg Borso geprallt war.

Möglicherweise hatte es bereits zuvor Feuer an Bord der Antonow 24 gegeben. Der slowakische Verteidigungsminister Juraj Liska erklärte, bei der Antonow habe es sich um eine "ältere" Maschine gehandelt, die aber "regelmäßig kontrolliert und für flugtauglich befunden" wurde.

Überlebender rief Frau mit Handy an
Der Überlebende soll kurz nach dem Crash seine Ehefrau per Handy angerufen haben. Er habe ihr das Unglück mitgeteilt und sie gebeten, die slowakische Luftwaffe und die Polizei verständigen sollte. Dieser Anruf sei kurz nach 19.30 Uhr eingetroffen, sagte Michaela Farkasova gegenüber der slowakischen Agentur TASR. Mehr habe ihr Mann ihr nicht mitgeteilt, da er "erst gerade wieder zu sich gekommen sei". Die Absturzstelle habe er noch als waldiges Gebiet geschildert. Dann sei die Telefonverbindung unterbrochen worden.

Der Mann wurde in das Militärspital von Kosice transportiert. Laut ungarischer Agentur MTI erlitt der Mann Kopfverletzungen (Schädelbruch). Die Trümmer der abgestürzten Maschine standen nach Mitternacht noch immer in Flammen, berichtete ein MTI-Korrespondent vom Unfallort. Die Trümmer waren auf dem Berg in einem Umkreis von 200 Meter verstreut.

Schwierige Bergung
Die Rettungsarbeiten werden indes intensiv fortgesetzt. Die Bergung der Opfer gestalte sich überaus schwierig, da es sich zum einen um ein schwer begehbares dichtes Waldstück handle und die Trümmer und Opfer in einem Umkreis von nahezu 1800 Quadratmetern verstreut seien. Dabei konnten bisher 18 Opfer geborgen werden, bestätigt der Sprecher des Ungarischen Katastrophenschutzes, Tibor Dobson.

Laut ungarischen Medienberichten sollen 300 Helfer aus Ungarn und aus der Slowakei an Ort und Stelle arbeiten. Die Absturzstelle sei hermetisch von Polizei und Armee abgeriegelt worden. Jenes Wrackteil, das den Flugschreiber enthält, wurde an der Unfallstelle bei der Ortschaft Hejce gefunden. Dies berichtete der Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums, Istvan Bocskai, laut Ungarischer Nachrichtenagentur MTI am Freitag. Experten versuchten, die Black-Box zu bergen. Davon erhofft man sich eine Klärung der Unfallursache

(apa/red)