Skinhead-Überfall auf Moskauer Synagoge: Bis zu zehn Menschen mit Messer verletzt!

Rabbi überwältigte den 20-jährigen Angreifer

Beim Überfall auf eine Synagoge im Zentrum von Moskau hat ein mutmaßlicher Skinhead bis zu zehn Menschen durch Messerstiche verletzt. Rabbi Izhak Kogan und sein Sohn hätten den 20-jährigen Angreifer überwältigen und fesseln können, berichtete der Geistliche der Agentur Itar-Tass.

Der mit einem Messer bewaffnete Russe sei während des Gebets in die Synagoge der chassidischen Juden eingedrungen und habe mit dem Ruf "Ich bringe euch um!" wahllos auf die Versammelten eingestochen, sagte Kogan.

"Es war die Zeit der Abendgebete. Ich hörte Schreie. Ich hörte auf, zu beten und sah, wie ein mir unbekannter Mann von mir wegrannte", zitierte Interfax den Rabbiner. Die Opfer wurden in Krankenhäuser gebracht, wobei vier von ihnen durch Schnittwunden gefährlich verletzt waren.

Die Polizei riegelte das Gebäude in der Straße Bolshaja Bronnaja ab und brachte den Täter zur Vernehmung in eine Polizeiwache. "Es gab in letzter Zeit Hinweise, die auf eine wachsende Gefahr deuteten", sagte der Rabbi. Der russische Oberrabbiner Berl Lasar forderte von der Staatsführung eine sofortige Aufklärung der antisemitischen Attacke. Auch Diplomaten der israelischen Botschaft in Moskau eilten zur Synagoge, um sich ein Bild zu verschaffen. Russische Politiker verurteilten den Überfall scharf.

1999 war bereits ein Bombenanschlag auf die Synagoge verübt worden. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert war in jüngster Zeit renoviert worden. Die Gemeinde der Lubawitscher chassidischen Juden betreibt dort auch eine umfangreiche Sozialarbeit. (apa)