Das große Saisonziel der ÖSV-Herren ist natürlich die Heim-Weltmeisterschaft im Februar in Schladming. Von einer Medaille träumt nicht zuletzt auch Klaus Kröll: ""Eine Medaille in Schladming, das liegt ja vor meiner Haustüre", so der Steirer zum Saisonziel. Ob sich die Weltcup-Titelverteidigung in der Abfahrt auch ausgehen wird, ließ Kröll jedoch offen: "Natürlich wäre es schön. Aber man muss schauen, wie fit ich zu Saisonbeginn sein werde."
Beim Trainingslehrgang in Kaprun war Kröll nach einem Kahnbeinbruch erstmals wieder dabei. "Es geht schon wieder aufwärts, alles kann ich zwar noch nicht machen, aber es geht aufwärts", erzählte Kröll am Golfplatz in Kaprun, wo er auch gestand, dass Golfspielen nicht sein Metier ist. Da liebt er eher rasantere Sportarten wie Motocross, bei der er sich auch seine Verletzung zuzog.
Das viertägige Trainingslager in Kaprun ist bereits der zweite Konditionskurs, nachdem die ÖSV-Herren schon eine Radwoche auf Mallorca absolviert haben. Mitte August geht es dann auf ein dreiwöchiges Trainingscamp auf Schnee nach Chile.
Rückkehr eines Erfolgstrainers
Mit Burkhard Schaffer hat ein ehemaliger ÖSV-Erfolgstrainer den Weg zurück gefunden. Der Steirer übernahm die Herren-Speedtruppe von Andreas Evers, der nach 17 Jahren beim ÖSV als Trainer im April zum US-amerikanischen Verband gegangen ist. Für Schaffer ist die Heim-Weltmeisterschaft natürlich auch ein Highlight - dort will er wieder Medaillen feiern.
"Die Erwartungshaltung ist natürlich groß", sagte Schaffer beim viertägigen Trainingslager der Speed- und Slalom-Herren in Kaprun. Der Druck auch, aber das sei normal: "Der lastet auf den Trainern, aber auch auf den Athleten". Immerhin stellt Österreich mit Klaus Kröll den regierenden Abfahrtsweltcupsieger. "Es wird darum gehen, die bisherigen Leistungen zu bestätigen und auch das eine oder andere besser zu machen."
Damentrainer bis 2001
Bis zur jüngsten alpinen Heim-WM 2001 in St. Anton war der 46-jährige Schaffer Speed-Trainer bei den ÖSV-Damen. "Das war damals ein genialer Abschluss", erinnert sich Schaffer zurück. Michaela Dorfmeister holte Abfahrtsgold vor Renate Götschl und Selina Heregger. "Nur im Super-G lief es nicht ganz nach Wunsch."
Schaffer ging schließlich für fünf Jahre nach Kanada, wo er Chef-und Abfahrtstrainer war, außerdem werkte er für zwei Jahre als Co-Trainer bei der ÖSV-Slalom-Truppe, um dort die Kombinierer wie Romed Baumann zu forcieren. Nach einem Zwischenstopp in Norwegen war der Steirer zuletzt drei Jahre in Slowenien tätig. "Für mich war Burkhard die logische Entscheidung als Evers-Nachfolger", sagte ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold, "ich kenne ihn seit Jahren von den Skipisten. Er macht ausgezeichnete Arbeit und passt hervorragend in unser Team." Nach einem Telefonat zwischen Burkhard und Berthold waren sich die beiden schnell einig gewesen.
Materialwechsel ohne Probleme
Dass es ausgerechnet vor der Heim-WM in Schladming eine größere Materialreform gibt, berührt Schaffer nicht so sehr. "Wir haben zwar noch keine großen Erfahrungswerte, aber in der Abfahrt und im Super-G wird der Unterschied nicht groß sein", erwartet sich der ÖSV-Experte. Als sein Saisonziel nennt Schaffer ganz klar, zumindest eine Medaille in Schladming in jeder Disziplin zu holen. "Natürlich müssen wir vorher auch im Weltcup Gas geben und erfolgreich sein, damit wir für die Heim-WM eine richtige Euphorie entfachen."
Entspannter Berthold
Cheftrainer Berthold zeigte sich in Kaprun relativ entspannt, "weil in Blickrichtung WM haben wir alles bereits organisiert, vom Quartier bis zu den Trainingshängen."
