Sind in Schweden derzeit total angesagt: Antichristliche Jeans von "Cheap Monday"

Billig-Jeans provozieren mit einem Totenkopf-Logo Texte wie "Nur über meine Leiche" zieren Kultteile

Sind in Schweden derzeit total angesagt: Antichristliche Jeans von "Cheap Monday"

Sie sind eng, billig und ein bisschen provokant: Jeans der Marke Cheap Monday sind derzeit das heißeste Kleidungsstück für junge Schweden. Grund ist das Logo, das sicherlich einigen Eltern Kopfzerbrechen bereitet. Es zeigt einen Totenkopf mit einem umgedrehten Kreuz auf der Stirn. Entworfen wurde es von Björn Atldax, der "ein aktives Statement gegen das Christentum" im Sinn hatte. "Ich bin zwar kein Satanist, aber ich hege eine große Abneigung gegenüber der organisierten Religion."

Atldax wünscht sich, dass die Käufer das Christentum in Frage stellen, das er als "böse Macht" bezeichnet. Schließlich habe die Kirche in der Geschichte immer wieder Kriege angezettelt. Ob nun wegen oder trotz dieser rebellischen Botschaft, die Cheap Mondays werden den Händlern zu einem Preis von 400 Kronen (40 Euro) aus den Händen gerissen. Seit März 2004 wurden mehr als 200.000 Stück verkauft. Das Logo mit seinen Texten wie "Nur über meine Leiche" scheint dabei keine große Aufmerksamkeit zu erregen.

Kirche reagiert gelassen
Auch die christliche Kirche reagiert gelassen. "Ich glaube nicht, dass wir entsetzt sein müssen", sagte der für Bildung und Forschung zuständige Direktor der Schwedischen Kirche, Bo Larsson. Der Designer wolle zwar Stimmung gegen den christlichen Glauben erzeugen, dies könne man jedoch zum Anlass nehmen, generell über die Bedeutung der Religion zu diskutieren.

"Niemand will Juden provozieren"
Der Vikar der Kirche der Heiligen Maria Magdalena in Stockholm, Karl-Erik Nylund, beklagt dagegen, dass die schwedischen Unternehmen dem Christentum weniger Respekt entgegenbrächten als anderen Glaubensrichtungen. "Niemand will Juden oder Muslime provozieren, aber es ist absolut in Ordnung, Christen zu provozieren", erklärte er.

"Logo soll gut aussehen"
Markenchef Orjan Andersson nimmt die Einstellung seines Designers nicht sonderlich ernst. "Ich glaube nicht an den Teufel und nicht an Gott", erklärte er. "Ich bin mehr daran interessiert, dass das Logo gut aussieht." Im europäischen Ausland werden die Trendhosen schon verkauft, der Export in die USA ist in Planung. Das Logo wird dem nicht im Weg stehen. "Die meisten Leute verstehen, dass wir keine bösen Menschen sind", sagte Andersson lachend. "Zumindest meine Mutter glaubt das nicht." (APA/red)