Sie nannten ihn "den gruseligen Phil":
Neue Details vom Fall Jaycee Lee Dugard

Anrainer bezeichneten Phillip Garrido als Spinner Behörden verteidigen sich wegen Ermittlungspannen<br>Erhielten 2006 Notruf von misstrauischer Nachbarin

Sie nannten ihn "den gruseligen Phil": 
 Neue Details vom Fall Jaycee Lee Dugard © Bild: AP/Sakuma

18 Jahre Gefangenschaft und Vergewaltigung für Jaycee Lee Dugard. In der Nachbarschaft hatte ihr mutmaßlicher Peiniger Phillip Garrido den Spitznamen "gruseliger Phil". Eine Anrainerin in dem ländlichen Vorort sahen den Mann als religiösen Spinner an, nicht aber als Entführer und Kinderschänder.

Kathy Russo, deren Elternhaus an das Grundstück Garridos grenzt, sagte dem Sender KCBS, dass sie keine Ahnung davon hatte, was sich in dem "Haus des Horrors" abspielte. "Es ist so traurig, wie diese Kinder leiden mussten, während wir nebenan beim Grillen und Feiern Spaß hatten."

Ermittlungspannen
Mittlerweile geraten die örtlichen Behörden zunehmend in Erklärungsnot. Eine absurde Szene: Nach dem Notruf einer Nachbarin im Jahr 2006 spricht der vorbestrafte Sexualverbrecher Phillip Garrido im Vorgarten seines Hauses mit einem Polizisten. Dem Beamten fällt nichts Verdächtiges auf - obwohl wenige Meter entfernt, im Garten hinter dem Haus, die entführte Jaycee Lee Dugard schon jahrelang mit ihren beiden Kindern in Zelten und unter Planen versteckt gehalten wird. Im dem Entführungsfall kamen immer mehr Details über Ermittlungspannen ans Licht. Außerdem wird gegen den Täter jetzt auch im Zusammenhang mit ungeklärten Morden an Prostituierten in den 90er Jahren ermittelt.

Die Ermittlungspannen der Polizei begannen nach einem Bericht der Zeitung "The Reno Gazette-Journal" schon 1993 - zwei Jahre nach der Entführung von Jaycee. Damals musste Garrido eine viermonatige Haftstrafe verbüßen, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte, doch sein Haus wurde offensichtlich nicht genau durchsucht.

Zudem hatte bereits 2006 eine misstrauische Nachbarin den Notruf gewählt. Sie beschrieb Garrido als "Psycho" und berichtete von den Kindern, die in Zelten lebten. Diesem Tipp hätte man mit mehr Nachdruck nachgehen sollen, sagte Sheriff Warren Rupf. Ein Beamter habe damals zwar mit Garrido in dessen Vorgarten gesprochen, aber nicht das Haus durchsucht. Der Ermittler wusste angeblich nicht, dass der Hausbesitzer bereits ein Vorstrafenregister als Sexualverbrecher hat.

Ihr Martyrium
In einem Gartenversteck hinter dem Haus des Ehepaares wurde die jetzt 29 Jahre alte Jaycee Lee Dugard fast zwei Jahrzehnte gefangen gehalten. Philip Garrido zeugte mit ihr zwei Kinder. Die Töchter der Entführten sind elf und 15 Jahre alt.

(apa/red)

Kommentare

Ich würd das ja mit dem Fritzl vergleichen... Aber ich bin mir sicher,dass es in vielen Staaten leider solche Fälle gibt die noch nicht aufgeklärt wurden!

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