Sexvorwürfe gegen Linzer FP-Klubobmann: Für Partei "Intrige des politischen Gegners"

Konsequenzen erst bei gerichtlichen Vorerhebungen

In der Affäre um Sex-Vorwürfe gegen den Linzer FPÖ-Klubobmann Manfred Traxlmayr gibt es vorerst keine innerparteilichen Konsequenzen. Er müsse erst dann alle Ämter niederlegen, wenn die gerichtlichen Vorerhebungen zu einer Anklage führen. Das wurde vom Landesparteivorstand Montagabend beschlossen. Traxlmayr, für den die Unschuldsvermutung gilt, wird Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung und pornografische Darstellung Minderjähriger vorgeworfen.

Die erhobenen Anschuldigungen seien "eindeutig eine Intrige des politischen Gegners", betonte FPÖ-Landesparteichef Lutz Weinzinger Dienstagvormittag im Gespräch mit der APA: "Die Vorwürfe sind lächerlich." Deshalb sei das Thema in der Sitzung auch innerhalb weniger Minuten abgehandelt gewesen.

Traxlmayr hatte vergangene Woche die Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen ihn bestätigt. Er rechne aber mit einem Ausgang wie vor einem Jahr: In seinem Computer im Fraktionsbüro waren Kinderpornofotos gefunden worden. Die Anzeigen wurden jedoch von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt. Die Fotos gab es zwar, dem Politiker wurde aber nicht nachgewiesen, dass er die Bilder auf die Festplatte geladen hatte.

Wie damals sieht sich Traxlmayr, der bei der Staatsanwaltschaft Linz eine Sachverhaltsdarstellung "wegen Verleumdung in schweren Fällen" eingebracht hat, auch jetzt als Opfer einer "politischen Intrige" und meint ein klares Indiz dafür zu haben: Eine ehemalige Wahlhelferin, die die schweren Vorwürfe erhebe, habe sich im Wiener Landtagswahlkampf an den BZÖ-Spitzenkandidaten Hans-Jörg Schimanek gewendet. Dieser habe tatsächlich der Staatsanwaltschaft Linz zwei Wochen vor der Wahl eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt und so das Verfahren ins Rollen gebracht. Allerdings hat Schimanek bewusst auf eine Veröffentlichung der pikanten Causa verzichtet, "weil die Leut' sonst gesagt hätten, ich vom BZÖ tu einen FPÖler vernadern".

Opfer wehrt sich gegen Vorwürfe
Das mutmaßliche Opfer wies gegenüber der APA zurück, dass es sich bei der Sachverhaltsdarstellung um eine "politische Aktion" handelt. "Es ist mir egal, ob es sich bei der betreffenden Person um einen Blauen, Orangen, Grünen oder vielleicht auch Farblosen handelt - es geht um die Person", meinte die Frau gegenüber der APA.

Den Kontakt zu Hans-Jörg Schimanek habe sie gesucht, da ihr Mann von seinem Einsatz für Bürger in der Volksanwaltschafts-Sendung im ORF erzählt hat. "Herr Schimanek selber hat mir geraten, die Causa nicht vor den Wiener Wahlen publik zu machen, um sie nicht als Politikum darzustellen", meinte sie. "Es geht mir weder um politisches Kleingeld noch um reales Geld, ich will Gerechtigkeit."
(apa/red)