Serienproduktion eingestellt: Philips-Werk in Klagenfurt wird 150 Mitarbeiter kündigen

Gewerkschaft fordert Sozialplan und Arbeitsstiftung

Im Philips-Werk in Klagenfurt werden bis Jahresende 150 Mitarbeiter gekündigt. Grund: Die Serienproduktion wird aus Kostengründen eingestellt. Die Gewerkschaft fordert nun Verhandlungen über einen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung. Landeshauptmann Haider hat den Betroffenen Unterstützung des Landes zugesichert.

Noch arbeiten 400 Menschen am einzig verbliebenen Kärntner Philips -Standort. 150 davon verlieren ihren Job, weil die Körperpflege- Produkte, die bisher hier gefertigt wurden, künftig von Vertragspartnern produziert werden sollen, wie Philips am Mittwoch mitteilte.

Massiver Kostendruck durch No-Name-Produkte
Der Konzern rechtfertigt die Maßnahme mit massivem Kostendruck, vor allem durch billige No-Name-Produkte. Künftig soll Klagenfurt zum Innovationszentrum für den neuen Geschäftsbereich Gesundheit und Wellness werden, 20 zusätzliche Mitarbeiter würden gesucht, hieß es.

Als "schweren Schlag für den Wirtschaftsstandort Klagenfurt" bezeichnete Kärntens ÖGB-Chef Unterrieder die Entscheidung. Er forderte die Firmenleitung auf, mit Gewerkschaft und Betriebsrat Verhandlungen aufzunehmen: "Ich erwarte mir von einem Weltkonzern, wie es Philips ist, dass er mit uns einen vernünftigen Sozialplan ausverhandelt."

Jobvermittlung, Umschulung und Soziaplan
Philips versprach sowohl Jobvermittlungs- und Umschulungsprogramme als auch die Ausarbeitung eines Sozialplans. Auch für das Instrument einer Arbeitsstiftung sei man offen, hieß es. Haider kündigte ebenfalls Hilfe an. Es werde Umschulungsmaßnahmen durch das Arbeitsmarktservice geben. Haider zeigte sich optimistisch, dass es gelingen werde, für den Großteil der Mitarbeiter neue Jobs zu finden.

Der Chef des Klagenfurter Philips-Werks, Gerhard Platzer, sieht mit den Restrukturierungsmaßnahmen mittel- und langfristig "gute Chancen" für den Standort Klagenfurt. Ob es den Betrieb in zehn Jahren noch geben wird, darauf wollte er sich aber nicht festlegen. (apa)