Selbstmordanschlag in Pakistan: 22 Tote während Prozession zum Anschura-Fest

Behörden verhängten Ausgangssperre über Hangu Attentat passierte während Feiern zum Aschura-Fest

Ein Selbstmordattentäter hat sich in Pakistan während einer Prozession zum schiitischen Ascura-Fest in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag und dadurch verursachten Unruhen wurden mindestens 22 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zu den Vorfällen kam es in Hangu im Nordwesten des Landes.

Der Attentäter sprengte sich inmitten einer Prozession von mehreren hundert Menschen in einem Basar in die Luft, wie der Chef der Bezirksverwaltung mitteilte. Die Pilger hatten kurz zuvor die größte schiitische Moschee der Stadt verlassen. Nach der Explosion griffen Schiiten die Sicherheitskräfte an und setzten Geschäfte und Autos in Brand. 60 Prozent des Basars seien verwüstet und verbrannt, sagte ein Polizeisprecher. Sunnitische und schiitische Geistliche riefen über Lautsprecher die aufgebrachte Menge zur Ruhe auf. Es waren Schüsse zu hören. Die Streitkräfte verhängten ein Ausgehverbot.

Das Fest stand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, nachdem es auch in den vergangenen Jahren zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen war, für die Extremisten der sunnitischen Mehrheit verantwortlich gemacht wurden. Hangu liegt rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Islamabad.

Angriffe auf Schiiten gingen in der Vergangenheit von der Organisation "Jamia Rashid" aus, die von fundamentalistischen sunnitischen Predigern angeführt wird und Kontakte zu den afghanischen Taliban unterhalten. Die Metropole Karachi ist oft Schauplatz von Anschlägen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit und der schiitischen Minderheit.

Das zehntägige Ashura-Fest ist das wichtigste der schiitischen Muslime. Zu diesem Anlass im ersten Monat des islamischen Mondjahres gedenken sie des Todes des Imam Hussein, den sie als legitimen Nachfolger seines Großvaters, des Propheten Mohammed, anerkennen.

Bei Kämpfen zwischen Schiiten und Sunniten wurden in Afghanistan mindestens 17 Menschen verletzt. Die Gewalt brach in einem Flüchtlingslager in der westlichen Stadt Herat nahe der iranischen Grenze aus, wie ein Arzt des städtischen Krankenhauses mitteilte. (apa)