Seitenhiebe und Nadelstiche gegen Silber: Flavio Briatore lästert über McLaren-Team

Kritik an Ron Dennis wegen Alonso-Transfer

Renault-Teamchef Flavio Briatore hat im Zusammenhang mit dem Wechsel von Weltmeister Fernando Alonso (ESP) zu McLaren-Mercedes seinen Kollegen Ron Dennis kritisiert. "Auf der Strecke kriegt er keine guten News, also produziert er sie außerhalb", sagte Briatore knapp zwei Monate vor WM-Beginn über den McLaren-Chef in einem Interview des Magazins "auto, motor und sport" (Mittwoch). "Wir verkaufen Resultate, Ron lieber eine rosige Zukunft."

Grund für die Kritik an seinem Erzfeind ist die frühzeitige Bekanntgabe des Transfer-Coups bereits im Dezember vergangenen Jahres - ein Jahr vor dem Wechsel. "Das hat Methode bei ihm", sagte der Italiener, der Alonso zum bisher jüngsten Weltmeister machte. Schon bei der Verpflichtung von Juan Pablo Montoya (COL) von BMW-Williams zu McLaren-Mercedes vor der vergangenen Saison habe Dennis "Wirbel" gemacht.

"Alles Ablenkungsmanöver", glaubt Briatore. McLaren habe seit 1999 (Mika Häkkinen/FIN) keinen Titel mehr geholt, lästerte er, nachdem das britisch-schwäbische Team in der vergangenen Saison Opfer der eigenen Unzuverlässigkeit im direkten Duell von Kimi Räikkönen (FIN) mit Alonso geworden war. McLaren verliere derzeit mehr Ingenieure als jedes andere Team, stichelte Briatore weiter. So verließ unter anderen Stardesigner Adrian Newey McLaren und heuerte bei Red Bull Racing an.

Auch einen Seitenhieb auf Zögling Alonso, von dessen Wechsel sogar Briatore überrascht worden war, ließ sich der Renault-Teamchef nicht nehmen. "Ich wäre als Rennfahrer vorsichtig, mich so früh festzulegen", sagte er. "Mal sehen", wo McLaren in zwei Jahren stehe. Renault habe die Fahrer- und Konstrukteursmeisterschaft mit einem minimalen Budget errungen. "Andere geben das Dreifache aus, um zu verlieren."

Briatore rechnet nicht mit möglichen Motivationsproblemen von Alonso in seiner vorerst letzten Saison für den französischen Automobilhersteller. "Alonso ist Profi. Er wird alles geben, um wieder Champion zu werden", sagte er und verwies auf eine ähnliche Situation mit Michael Schumacher, dessen Wechsel 1995 nach seinem ersten WM-Titel zu Ferrari ebenfalls früh bekannt gewesen sei. "Trotzdem hat er seinen Titel mit uns verteidigt", sagte Briatore.

(apa)