Seipel bleibt gelassen: 'Neuerlicher Saliera-Diebstahl mit Sicherheit ausgeschlossen'

Museum soll aber nicht zur Festung ausgebaut werden Plus: Alle Bilder und Infos zum "Kriminalfall Saliera"!

Der Direktor des Kunsthistorischen Museums (KHM), Wilfried Seipel, "kann mit Sicherheit ausschließen, dass die Saliera noch einmal gestohlen wird". Dies sei "ganz klar", so Seipel im Ö3-"Frühstück bei mir". Nicht ausschließen könne man dagegen, "dass wieder einmal etwas passiert". Das Museum könne nicht zur Festung ausgebaut werden: "Wir werden nicht hergehen und wie das auch schon auf Flughäfen ist, jede Handtasche kontrollieren und den Besuch eines Museums zu einer Anstrengung werden lassen."

Theoretisch könne man "natürlich alles mit Glaswänden versehen", so Seipel. Damit würde aber der Eindruck, den die Kunst auf die Besucher ausübe, total verändert. Die Kunstwerke sollten möglichst unmittelbar wirken: "Wenn wir alles hinter Glas und Panzerschränke verstecken, hat die Kunst auch ihren Sinn verloren."

Dem Saliera-Dieb warf Seipel vor, die Sicherheitsmaßnahmen des KHM nun "herunterspielen zu wollen": "Je einfacher für ihn dieser Einbruch war, desto leichter ist für ihn vielleicht das Strafmaß." Die Sicherheitsanlage hätte vielmehr "sofort funktioniert, als der Täter sich der Vitrine genähert hat".

Dass die Wärter dem Ganzen keine Beachtung geschenkt hätten, könne man nicht den Sicherheitsanlagen anlasten: "Hätte der damalige Wachmann das Licht angedreht, dann wäre die Saliera wahrscheinlich gar nicht weggekommen, weil man davon ausgehen muss, dass ein Täter, der sich plötzlich im Scheinwerferlicht oder im Licht einer Videokamera sieht, sich überlegt ob er jetzt wirklich die Vitrine zerschlägt und die Saliera wegnimmt".

Die Aussage der Burghauptmannschaft, dass die Sicherung des Gerüsts vor dem Museum, über das der Dieb ins Haus gelangte, Sache des KHM gewesen wäre, nannte Seipel eine "Schutzbehauptung".

(apa/red)