Ein Team am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat ein System entwickelt, mit dem sich Sehbehinderte per Fingerzeig Informationen über ihre Umgebung holen können. Der ursprünglich als Sehhilfe konzipierte Eyering ist multi-funktional, etwa als Navigationshilfe oder auch als Unterstützung für Kinder, die gerade das Lesen lernen.
Die Idee hinter dem am Zeigefinger getragenen EyeRing ist einfach: Der Nutzer muss nur auf ein Objekt zeigen, den Auslöser drücken und schon bekommt er die per Sprachbefehl gewünschte Information akustisch ausgegeben. Zur Auswahl stehen unter anderem Farb- und Texterkennung, berichtet Technology Review. Möglich macht das eine in den Ring verbaute Kamera, die ein Foto schießt und per Bluetooth an das Smartphone überträgt. Dort verarbeitet eine App die Bildinformation in geeignete Form, ehe das Ergebnis auf dem Bildschirm sowie über Lautsprecher ausgegeben wird.
Nützlich für alle
Das Team geht davon aus, dass nicht nur Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen vom EyeRing profitieren könnten. Denkbar ist beispielsweise auch, dass Kinder, die gerade das Lesen lernen, durch die Texterkennung mit Vorlesen unterstützt werden. Weitere mögliche Anwendungsgebiete, die von den Forschern genannt werden, umfassen die Nutzung als Navigations- oder Übersetzungshilfe.
Derzeit funktioniert der EyeRing bzw. die zugehörige Software mit Android-Smartphones oder Mac-Computern. Eine iPhone-Umsetzung ist dem Team zufolge in Arbeit. Das System wurde bereits mit Sehbehinderten Nutzern getestet und soll zum kommerziellen Produkt weiterentwickelt werden. Das dürfte allerdings noch dauern. Denn geplante Weiterentwicklungen sollen dank zusätzlicher Sensoren nicht nur Bilddaten erfassen.
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