Schwere Vorwürfe: Syriens Präsident Assad wirft Israel Mord an Yasser Arafat vor

'Mord geschah unter den Augen der Weltöffentlichkeit' Genaue Todesursache weiterhin noch nicht bekannt

Syriens Präsident Assad hat Israel der Ermordung des früheren Palästinenser-Präsidenten Arafat beschuldigt. "Von den vielen Mordanschlägen, die Israel systematisch und organisiert verübt hat, war die gefährlichste Sache der Mordanschlag auf Präsident Yasser Arafat", sagte Assad am Samstag auf einer Konferenz arabischer Juristen in Damaskus.

Dies sei unter den Augen der Weltöffentlichkeit geschehen und nicht ein Land habe es gewagt, sich dazu zu äußern, "so als wäre nichts geschehen". Arafat war im November 2004 in einem Pariser Krankenhaus im Alter von 75 Jahren gestorben. Die genaue Todesursache ist bis heute nicht bekannt gemacht worden. Israel hat bestritten, für Arafats Erkrankung verantwortlich zu sein und erklärt, ihn nicht vergiftet zu haben.

Die französischen Ärzte haben stets Gerüchte über eine Vergiftung Arafats als falsch zurückgewiesen. Genaue Angaben zur Todesursache machten sie allerdings unter dem Hinweis auf den Schutz der Privatsphäre nicht. Arafats Berater berichteten aber unter Berufung auf die Ärzte, der Ex-Präsident habe unter einem geringen Gerinnungsfaktor seines Blutes gelitten. Er sei ins Koma gefallen, habe eine Hirnblutung erlitten und sei dann an Organversagen gestorben. Nach Zeitungsberichten gelten auch Aids oder eine Infektion als mögliche Todesursachen.

Die israelische Armee hatte Arafat im Jahr 2002 in seinem Amtssitz ("Mukataa") in Ramallah im Westjordanland eingeschlossen. In dieser Zeit ist er nach Darstellung der israelischen Regierung mit allem Nötigen versorgt worden. Auch medizinische Versorgung habe er erhalten. (apa)