Schwere Unwetter im Osten Österreichs: Überflutungen in Wien und Niederösterreich

Feuerwehren waren am Abend im Dauereinsatz Sachschäden und Blitzeinschlag in Niederösterreich

Schwere Unwetter im Osten Österreichs: Überflutungen in Wien und Niederösterreich

Schwere Gewitter und Niederschläge haben in Wien und Teilen Niederösterreichs für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Vor allem Keller mussten ausgepumpt werden, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Gröbere Verkehrsbehinderungen gab es keine.

Die Einsatzkräfte wurden voll gefordert. Im Raum Himberg bei Schwechat (Bezirk Wien Umgebung) und Neunkirchen (Bezirk Neunkirchen) waren jeweils neun bis zehn Feuerwehren im Einsatz. Auch im Waldviertel gab es Überflutungen.

Laut ÖAMTC kam es aber zu keinen gröberen Verkehrsbehinderungen. Südlich von Wien gab es im Raum Himberg einige kürzere Straßensperren, betroffen war etwa die B 15. Auch die Kaiserebersdorferstraße in Simmering war stadtauswärts für zirka 20 Minuten gesperrt. Ebenfalls wegen Überflutung gesperrt war der Tunnel Schwechat auf der S1 (Außenringschnellstraße) in Fahrtrichtung Schwechat. Es gab drei Kilometer Stau.

Heftige Regenfälle haben am Donnerstagabend für einige Sachschäden in Teilen Niederösterreichs gesorgt. So mussten nach Angaben der Sicherheitsdirektion und der Feuerwehr im Bezirk Neunkirchen Keller und Garagen ausgepumpt werden. Im Bezirk Horn geriet ein Doppelholzmast einer 21,5 KV-Stromleitung in Brand. Im Bezirk Baden gab es Sturmschäden.

Schwere Schäden in NÖ
Während eines Gewitters schlug bei Breiteneich (Bezirk Horn) ein Blitz in einen Strommast ein. Der Doppelholzmast fing laut Sicherheitsdirektion Feuer und wurde im oberen Drittel komplett beschädigt, so dass er ausgetauscht werden musste. Die Betriebsstelle Horn der EVN führte die entsprechenden Arbeiten durch.

Besonders intensive Regenfälle gab es im Raum Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen). Drei Feuerwehren der Stadtgemeinde mit 46 Mann pumpten in einem etwa zweistündigen Einsatz Wasser aus zehn Kellern und Garagen. Auch in den Gemeinden Payerbach und Enzenreith mussten die Freiwilligen ausrücken. In Gloggnitz war darüber hinaus eine Mure von Feldern auf eine Straße abgegangen, die von Mitarbeitern des Bauhofs beseitigt wurde, berichtete die Sicherheitsdirektion.

In Leobersdorf (Bezirk Baden) wurde bereits am frühen Abend auf dem Areal des Kindergartens während eines kurzfristig anhaltenden Sturmes ein Baum entwurzelt. Die FF Leobersdorf stand bei den Aufräumarbeiten im Einsatz.

Gewitter in Wien ließ Feuerwehr 144 Mal ausrücken
Jenes Gewitter, das am Donnerstagabend über Wien niederging, hat Teilen der Bundeshauptstadt laut ZAMG auf einen Schlag jene Regenmenge beschert, die normalerweise im gesamten August registriert wird. Kein Wunder, dass die Feuerwehr zu 144 Einsätzen ausrücken musste.

Spitzenreiter der Messstationen war Unterlaa, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: 52 mm gingen nieder. Das von Süden einziehende Gewitter bescherte Wien Donaufeld 26 und der Hohen Warte 27 mm. "Für ein kräftiges Sommergewitter ist dies normal", beruhigte der Meteorologe. Der langjährige Durchschnitt eines Wiener Augusts macht jedoch nur 50 bis 60 mm Niederschlag aus.

Auch heute sollten noch einige Schauerzellen die Donaumetropole erreichen. Mengenmäßig ist der Höhepunkt aber bereits bei weitem überschritten.

Die Feuerwehr musste vor allem in Simmering und der Donaustadt helfend eingreifen: 92 Mal wurden Wassereinbrüche registriert, 17 Mal kam das Nass durch das Dach, 28 Keller mussten ausgepumpt werden und sieben Fahrbahnen wurden regelrecht überflutet.

(apa/red)