Schwere Explosion nahe Busbahnhof in Tel Aviv: 30 Menschen bei Anschlag verletzt

Islamischer Jihad bekennt sich zu Selbstmordattentat Palästinenser-Führung verurteilt den Anschlag scharf

Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich am Donnerstag in der israelischen Großstadt Tel Aviv in die Luft gesprengt und dabei 30 Menschen verletzt. Es war der erste Anschlag in Israel, seit Ministerpräsident Ariel Sharon wegen eines schweren Schlaganfalls im Koma liegt. Zu der Tat bekannte sich der Islamische Jihad.

Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz Polizeiangaben zufolge in einem Restaurant auf einer belebten Einkaufsmeile in der Nähe des alten zentralen Busbahnhofs von Tel Aviv. Der Palästinenser sei das einzige Todesopfer des Anschlags, teilte die Polizei mit. Die Behörden berichteten, mindestens eine weitere Person befinde sich in einem kritischen Zustand. Die meisten anderen Opfer hätten nur leichte Verletzungen erlitten.

"Es gab einen riesigen Knall in der Nähe eines Restaurants", sagte Augenzeugin Ronit Lis. "Alles wurde schwarz und ich bin davon gelaufen. Sie haben damit begonnen, das Gebiet abzuriegeln, und es sind viele Ambulanzen da."

Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) sagte, der Anschlag solle die palästinensische Parlamentswahl sabotieren, die in der kommenden Woche erstmals seit zehn Jahren wieder stattfinden soll. Nach Attentaten hat Israel wiederholt seine Sicherheitsvorkehrungen in den besetzten Gebieten verschärft. Solche Maßnahmen würden die Bewegungsfreiheit palästinensischer Wähler einschränken. Zudem sei das Attentat eine "ungeheuerlicher Verstoß" gegen die von ihm vermittelte Waffenruhe, erklärte Abbas. Die Verantwortlichen würden verfolgt.

Die israelische Regierung warf der Palästinenser-Führung dagegen vor, an dem Anschlag mitschuldig zu sein. David Baker, ein Mitarbeiter des Ministerpräsidenten, kritisierte Abbas' Sicherheitskräfte würden nichts zur Verhinderung von Attentaten unternehmen.

Der Islamische Jihad kämpft für eine Zerstörung Israels. Die Extremisten-Gruppe hat sich in jüngster Zeit wiederholt zu Anschlägen bekannt. Sharon hatte daraufhin ein gezieltes Vorgehen der israelischen Armee gegen die Gruppe angeordnet. Dabei wurden bei Luftangriffen im Gaza-Streifen und Einsätzen im Westjordanland mehrere Anführer der Organisation getötet.

Zuletzt hatte sich ein Palästinenser am 5. Dezember vor einem Einkaufszentrum in Netanya in die Luft gesprengt. Damals waren fünf Menschen getötet worden.

(apa/red)