Nie wieder Schwedenbomben? Was für viele Österreicher wie eine gefährliche Drohung klingt, steht aktuell im Raum. Es herrscht große Aufregung um das Wiener Traditionsunternehmen Niemetz, das die Schoko-Riegel Manja und die berühmten Schwedenbomben herstellt. Steht das Unternehmen am Rande der Pleite und bezahlt die Mitarbeiter nicht, oder ist alles nur eine sommerliche (Schwedenbomben)-Schaumschlägerei?
Die Niemetz-Beschäftigten werden von der Gewerkschaft PRO GE (Produktionsgewerkschaft) vertreten. Deren Bundessekretär Manfred Anderle hat wenig Positives zu vermelden. In Kürze findet eine gemeinsame Sitzung mit dem Niemetz-Betriebsrat statt, bei der die weitere Vorgangsweise abgestimmt wird. Denn nach Angaben Anderles liegt bei dem Unternehmen so einiges im Argen. Seit Ende Mai hätten viele Mitarbeiter keinen Lohn mehr bekommen und immer wieder würde die Produktion still stehen, weil offenbar auch Lieferanten nicht bezahlt wurden. Doch damit nicht genug: Das Unternehmen habe seit Jahren regelmäßig finanzielle Schwierigkeiten. Immer wieder seien Gehälter nicht bezahlt worden und eine permanent angespannte finanzielle Situation sei zu beobachten.
So schlimm wie aktuell ist die Lage aber noch nie gewesen. Die Situation für viele der etwa 100 Beschäftigten gestaltet sich zunehmend schwierig. Da seit Monaten das Geld fehlt und es finanziell immer schwieriger für die Beschäftigten wird. Dennoch würde der Geschäftsführer nach Angaben der Gewerkschaft jedes Gespräch verweigern. Das sei besonders bitter, da eine Unterstützung beim Kampf ums Überleben der Firma auch nur dann möglich sei, wenn die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat spricht.
Droht Schwedenbomben-Pleite?
Die Probleme seien mannigfaltig und reichen von offenbar anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten bis zu völlig veralteten Maschinen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat soll nun eine möglichst optimale Vorgangsweise für die Beschäftigten gesucht werden. Die Wolken über Niemetz seien jedenfalls sehr dunkel. Die üblichen Hilfestellungen wie Stundungen und Ratenvereinbarungen seien bereits alle ergriffen worden, ohne dass sich eine nachhaltige Besserung eingestellt habe. Einen Einfluss der Wirtschaftskrise sieht Anderle jedoch nicht. Vielmehr sei Niemetz seiner Meinung nach ein sehr bedauerlicher Einzelfall.
Geschäftsführung glaubt an Zukunft
Für NEWS.AT war der Geschäftsführer des Familienbetriebs Niemetz, der US-Amerikaner Steve A. Batchelor jedenfalls erreichbar. Zu den Vorwürfen meint er, dass niemals ein Gespräch verweigert worden ist. Vielmehr hätte es kein einziges Gesprächsangebot seitens der Gewerkschaft gegeben. Im Sommer ist das Süßwarengeschäft, dass saisonal ein stark schwankendes ist, immer schwieriger. Deshalb ist es zu den Liquiditätsengpässen gekommen. Aber das Unternehmen sei bisher immer allen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten und Mitarbeitern nachgekommen und werde das auch in Zukunft so halten.
Im Sommer würde die Produktion immer wieder ruhen und er könne auch nicht ausschließen, dass es einmal Probleme wegen der Lieferung gegeben hätte. Aber in den kommenden Tagen werde man einen Großteil der Verpflichtungen abarbeiten und die anderen auf Schiene bringen. Man sei gerade beim Abschluss einer finanziellen Umstrukturierung, die demnächst abgeschlossen sei. Batchelor stellte jedoch unmissverständlich klar, dass das Management erst dann Geld bekommt, wenn alle Mitarbeiter gezahlt sind. Es geht dabei nicht um die Suche nach einem finanzstarken Partner, sondern um eine Gesamtlösung. Ob eine Umschuldung geplant ist, wurde nicht verraten.
Das Unternehmen soll jedenfalls weitergeführt werden und das einzige was im Sorgen bereite, seien die vielen negativen Berichte, von denen niemand etwas hätte, außer vielleicht eingefleischte Schwedenbombenhasser. Zur generellen finanziellen Situation wollte er sich nicht äußern.
Niemetz freut sich über Solidaridät
Die Solidaritätswelle gerade in den Sozialen Netzwerken hat man in der Niemetz-Geschäftsführung mit Freude zur Kenntnis genommen. Fast 800 Fans der Schwedenbombe haben sich inzwischen in der Facebook-Gruppe Rettet die Niemetz Schwedenbomben zusammengefunden. Die Solidarität freut die Geschäftsführung und man hofft, dass die Kunden bald wieder aus Liebe zur Schwedenbombe und nicht weil sie glauben, dass das Unternehmen Hilfe braucht, zuschlagen Apropos Schwedenbombe: Steve A. Batchelor konnte auch ein Rätsel aufklären, vor dem momentan wohl viele Schwedenbombenkäufer stehen. Die echten Schwedenbomben gibt es im Sommer nicht, da manche Zutaten nicht verfügbar seien. In der Zwischenzeit gibt es die Niemetz Bomben und nach einer kurzen Sommerpause auch bald wieder die Schwedenbomben. Hoffentlich noch lange.
Kommentare
Womit es sich wieder einmal-... ... bestätigt, dass es wenig sinnvoll ist, wenn die Medien aus jeder Mücke eine Elefantenherde macht! Wie so manche Beispiele gezeigt haben, hat so manches Medium so manche Firma in den Ruin getrieben!
Wie bei der Wirtschaft allgemein, so auch im Einzelnen: "Zu Tode geredet ist auch gestorben"!
Re: Womit es sich wieder einmal-... ... ich wette, dass SIE heute am 10. August (!!!) Ihr Urlaubsgeld und Ihren Juni-Lohn schon
am Konto haben, stimmts?