Schweden & Finnland im Eishockey-Finale: Siege über Weltmeister Tschechien & Russen

Schweden schlug Tschechien überraschend klar 7:3 Russland unterliegt Finnen mit 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

Das olympische Eishockey-Turnier erlebt am Sonntag in Turin ein rein skandinavisches Finale. Schweden und Finnland entschieden am Freitag als leichte Außenseiter die Halbfinali für sich. Nachdem die Schweden bereits am Nachmittag Weltmeister Tschechien mit 7:3 (2:1,4:2,1:0) eliminiert hatten, gewannen die Finnen auch ihr siebentes Spiel im Olympia-Turnier. Finnland wies Kanada-Bezwinger Russland mit 4:0 (1:0,2:0,1:0) klar in die Schranken.

Mit dieser eindrucksvollen Serie gehen die finnischen "Löwen", die ihre Stärke im Defensivbereich und im Überzahlspiel haben, sogar als leichter Favorit in ihr erstes Olympia-Finale gegen den Erzrivalen Schweden. Zuletzt hatten sich die beiden skandinavischen Topnationen 1998 in einem WM-Finale gegenüber gestanden. Damals hatten sich die Schweden in Zürich nach zwei Spielen mit dem Gesamtscore von 1:0 durchgesetzt.

Seither entwickelte sich Finnland aber immer mehr zum Angstgegner des Nachbarn - vor allem in dieser Form. Die Finnen gingen bis zum Endspiel in allen Partien als souveräner Sieger vom Eis und greifen damit nach dem größten Titel seit der WM 1995, als sie im Finale ausgerechnet Gastgeber Schweden bezwungen hatten. Elf Jahre später schossen Ville Peltonen (7.), Toni Lydman (30.), Kapitän Saku Koivu (34.) und Olli Jokinen (50.) Finnland erstmals ins Olympia-Finale.

Die Russen, die am Mittwoch noch Titelverteidiger und Topfavorit Kanada eliminiert hatten, waren gegen die defensivstarken Skandinavier weitgehend chancenlos. Die Nachfolger der legendären sowjetischen "Sbornaja" warten damit weiterhin auf das erste Olympia-Gold seit 1992, als das GUS-Team in Albertville triumphiert hatte. Im Spiel um Bronze kommt es am Freitag immerhin zum ewig jungen Duell zwischen Russland und Tschechien.

Die Tschechen waren bereits am Nachmittag an Schweden und der eigenen Torhüter-Schwäche gescheitert. Goalie Milan Hnilicka musste beim Stand von 1:5 nach 27 Minuten Tomas Vokoun Platz machen. Vokoun, der 2005 bei der WM in Österreich noch zum besten Torhüter des Turniers gewählt worden war, hatte im Turnierverlauf als Ersatz für den verletzten Stargoalie Dominik Hasek ebenfalls bereits Schwächen gezeigt.

Damit hatten die Schweden kein Problem, sich an Tschechien für die Halbfinal-Niederlage bei der WM in Wien zu revanchieren. "Heute haben wir unser bis dato bestes Match gespielt. Wenn wir wieder so spielen können, dann haben wir auch am Sonntag eine sehr gute Chance", meinte Drei-Kronen-Teamkapitän Mats Sundin nach einem klaren 7:3-Erfolg, an dem auch die tschechischen Torhüter nicht unbeteiligt waren.

Die Tschechen verpassten die Chance, sich nach 1998 zum zweiten Mal zum Eishockey-Olympiasieger zu machen. Dem unauffälligen Superstar Jaromir Jagr wurde von den Schweden um Peter Forsberg die Show gestohlen. Forsberg hatte das Drei-Kronen-Team 1994 in Lillehammer zum bis dato einzigen Olympiatitel geführt.

Ergebnis Halbfinale:
Schweden - Tschechien 7:3 (2:1,4:2,1:0)
Finnland - Russland 4:0 (1:0,2:0,1:0)

Ergebnisse Viertelfinale:
Russland - Kanada 2:0 (0:0,0:0,2:0)
Finnland - USA 4:3 (2:1,2:1,0:1)
Schweiz - Schweden 2:6 (1:2,0:3,1:1)
Slowakei - Tschechien 1:3 (0:1,0:1,1:1)

(apa)