Schwarzes Aufgebot am Wiener Opernball: Schüssels 'Truppe' erscheint fast vollständig

Orange Politiker machen sich rar: Gastinger kommt Bundeskanzler hält seinen offiziellen Gast geheim

Wenn Österreichs offizieller Staatsball am kommenden Donnerstag zum 50. Mal für ein Stelldichein von Reichen, Schönen und Prominenten sorgt, sind selbstverständlich auch die Vertreter der Regierung mit von der Partie. Während die "Truppe" von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) beinahe vollständig erscheint - einzige Ausnahme bildet Innenministerin Liese Prokop - sind Justizministerin Karin Gastinger und Staatssekretär Eduard Mainoni als Repräsentanten des BZÖ recht allein auf weiten Fluren.

"Vizekanzler Hubert Gorbach wird den Ball aller Voraussicht nach nicht besuchen", so sein Sprecher Martin Standl. Staatssekretär Karl Schweitzer (B) wird statt das Tanzbein zu schwingen, Österreichs Sportler in Turin anfeuern und das Sozialressort mit Ministerin Ursula Haubner und Staatssekretär Sigisbert Dolinschek (beide B) bleibt dem elitären Opernball traditionellerweise fern.

Neben der Frage: Wer erscheint?, ist auch die Frage: Wer erscheint mit wem?, stets von Interesse. Seit Jahren besetzt Baumeister Lugner in der Kategorie "Spektakuläre Gäste" unangefochten den ersten Platz und ist auch heuer mit Carmen Electra kaum zu toppen.

Aber auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (V) empfängt mit der neuen US-Botschafterin, Susan Rasinski McCaw, einen interessanten Gast in seiner Loge. Auf der Einladungsliste des Kammerpräsidenten stehen außerdem der ungarische Wirtschaftsminister Janos Koka sowie u.a. der bayerische Staatssekretär für Wirtschaft Hans Spitzner.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) wird den Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet begrüßen und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) hat seine Amtskollegen aus Deutschland und der Schweiz, Michael Glos und Joseph Deiss, im Schlepptau. Gastinger wird außer von Gatten Heinz auch vom Liechtensteinischen Justizminister Klaus Tschütscher begleitet.

Während Bundespräsident Heinz Fischer wie bereits im Vorjahr keinen offiziellen Staatsgast begrüßen wird, macht Kanzler Schüssel aus seinem Gast ein Geheimnis. "Derzeit können wir dazu noch nichts sagen", hieß es eine Woche vor dem Event aus seinem Büro. So viel aber ist sicher: Es dürfte sich dabei nicht, wie in Societykreisen gemunkelt, um den britischen Premierminister Tony Blair handeln. "In seinem Kalender in der Downing Street ist kein derartiger Termin verzeichnet", recherchierte die britische Botschaft in Wien auf APA-Anfrage.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S), Präsident des Rats der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE), wird den Staatsball ohne weibliche Begleitung dafür aber mit dem sechsköpfigen Präsidium eben jenes Gremiums besuchen. Und Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, hat Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber, Besitzer des Wiener "Grand Hotels", geladen. (apa/red)