Schülerin in Graz stirbt an Überdosis: 16-Jährige wollte Wirkung von Substitol testen

Bereits dritter Todesfall in Steiermark seit Dez. 05

Weil sie offenbar neugierig war und die Wirkung testen wollte, ist am Dienstag eine 16 Jahre alte Schülerin in Graz an einer Überdosis der Ersatzdroge Substitol gestorben, wie am Freitag bekannt wurde. Die Jugendliche und ihr fünf Jahre älterer drogenabhängiger Freund hatten sich in ihrer Wohnung gemeinsam einen Schuss gesetzt.

Als der 21-Jährige wieder aufwachte, lag die Leiche der Schülerin neben ihm. Laut Alois Eberhard, Leiter des LKA Steiermark, handelt es sich dabei um den dritten Todesfall durch eine Überdosis Substitol seit Dezember des Vorjahres.

Das 16 Jahre alte Mädchen war selbst nicht drogenabhängig. Umso mehr dafür ihr 21-jähriger Freund, der an einem Drogenersatzprogramm teilnimmt. Nachdem sie dem Süchtigen mehrere Male zugesehen hatte, wie er sich das Substitol spritzte, war offenbar die Neugier der Schülerin geweckt. Um die Wirkung der Ersatzdroge zu testen, besorgte sie sich zu Beginn der Woche das Medikament.

Gemeinsam mit ihrem Freund bereitete sie sich die Kapseln zu, in dem sie die Ersatzdrogen mit einer laut Eberhard "gewissen Technik" auflöste und sich direkt ins Blut spritzen. "So wirkt es stärker", erklärte der Kriminalist. Als der 21-Jährige nach seinem Drogenrausch wieder aufwachte, lag die Grazerin leblos neben ihm. Er versuchte noch, seine Freundin wachzurütteln. Als sie keine Lebenszeichen von sich gab, verständigte er einen Arzt.

Die Rettungskräfte konnten nur mehr den Tod der 16-Jährigen feststellen. Der 21-Jährige wurde in die Nervenklinik Sigmund Freud eingeliefert. Bei der Schülerin handelt es sich bereits um den dritten Todesfall durch eine Überdosis Substitol in der Steiermark. In Trofaiach und in der Südsteiermark waren zu Ende des Vorjahres ein 28 Jahre alter Obersteirer und ein 19-Jähriger Bosnier gestorben. Der regen Handel mit der Ersatzdroge stellt für die Polizei ein großes Problem dar. Die Teilnehmer an den Drogenprogrammen bekommen die Mittel legal und verkaufen sie dann oft weiter. Auch Wien solle dafür eine gute Quelle darstellen, hieß es.

(apa)