Schneechaos in Südeuropa: Der strenge Winter hat auch Spanien und Italien im Griff

Weitere Kälteopfer in Deutschland und Osteuropa PLUS: So wird das Wetter in den nächsten Tagen!

Der Winter hat nun auch in Südeuropa Einzug gehalten. Durch den Wintereinbruch im Norden und Osten Spaniens verunglückten zwei Reisebusse, bei denen insgesamt sieben Menschen ums Leben kamen und 42 weitere verletzt wurden. Heftige Schneefälle legten in Südfrankreich sowie in der Schweiz und Norditalien den Verkehr teilweise lahm. In Deutschland starb ein 55-jähriger Mann an Unterkühlung. Auch Osteuropa litt weiter unter der Kälte.

In der ostspanischen Provinz Alicante verunglückte ein Reisebus mit etwa 50 Pensionisten auf schneeglatter Straße. Fünf Menschen starben, 30 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Zwei weitere Menschen starben bei einem Busunglück auf der Autobahn 66 nahe der Stadt Leon im Norden des Landes.

Wegen starker Schneefälle und Glatteis galt im Süden und Westen Frankreichs für 23 Departments weiterhin Alarmstufe drei. In Toulouse starb am Samstag ein Obdachloser an einem Herzinfarkt. Die Windböen in Südfrankreich erreichten Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometern. In den Alpen- und Pyreneenregionen bestand Lawinengefahr. Mehr als 1.000 Fluggäste mussten im Flughafen von Lyon notdürftig die Nacht verbringen, nachdem drei Viertel aller Flüge gestrichen worden waren. Auch der Flughafen von Toulouse war zeitweise geschlossen. Zahlreiche Züge und Busse hatten Verspätungen. In einigen Ortschaften fiel der Strom aus.

Im italienischen Genua durften die Schüler auf Grund der Wetterverhältnisse zu Hause bleiben. In Mailand rechneten die Meteorologen mit den heftigsten Schneefällen seit 1985 und somit den zweitstärksten in 100 Jahren. Zahlreiche Flughäfen hatten geschlossen. Der Bahnverkehr zwischen Mailand und Florenz sowie zwischen Turin und Venedig war teilweise unterbrochen. Auch in der Schweiz kam es wegen des Wintereinbruchs zu Störungen des Zugverkehrs. Im Schweizer Kanton Tessin fielen am Freitag gebietsweise rund 90 Zentimeter Schnee - so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. Einige Alpendörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Auch Osteuropa litt weiter unter den eisigen Temperaturen. Sowohl in Polen als auch in Rumänien meldeten die Wetterdienste zwar etwas milderes Wetter. In Warschau zeigte das Thermometer jedoch noch immer minus 13 Grad Celsius an, in Zentralrumänien waren es 25 Grad Minus. Mit acht weiteren Todesopfern am Wochenende stieg in Polen die Zahl der Kältetoten in diesem Winter nach Polizeiangaben auf 199. In Rumänien forderte die Kälte fünf weitere Todesopfer. Im Donau-Delta wurden mehrere hundert Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, weil dicke Eisschollen die Schifffahrt unmöglich machten.

(apa/red)