Schneechaos hat Österreich im Griff: Dach- einstürze, Lawinengefahr & Straßensperren!

Bahnkunden haben keinen Entschädigungsanspruch PLUS: Die BILDER vom Schneechaos in Österreich!<br>Nachschauen: Das Wetter in den kommenden Tagen

Während sich die Schneelage in einigen Bundesländern wie Steiermark, Salzburg, Tirol oder Vorarlberg wieder entspannte, gab es in anderen Gebieten noch heftiges winterliches Treiben. Weiterhin bestand die Gefahr von einstürzenden Dächern, Bäumen oder Strommasten.

Die Schneemassen forderten in Oberösterreich zudem einen Verletzten: Beim Einsturz einer Garage in Stadl-Paura (Bezirk Wels-Land) wurde ein Mann von herabfallenden Teilen getroffen. Die Dachkonstruktion einer Lagerhalle in Senftenbach (Bezirk Ried im Innkreis) hielt der Belastung durch den Schnee ebenfalls nicht mehr stand und brach ein. Zu Schaden dabei aber niemand.

Ansonsten hatte sich die Situation in Oberösterreich weit gehend beruhigt. Sowohl Energie AG als auch Linz AG meldeten am Nachmittag, dass die Stromlieferung in ihren Versorgungsgebieten wieder weitgehend gewährleistet sei. Nach Informationen von Umwelt- und Energielandesrat Rudi Anschober (G) waren im Unteren Mühlviertel rund 50 Trafostationen und an die 1.500 Haushalte weiter ohne Strom. Es würden Hubschrauber des Innenministeriums eingesetzt, um die Schäden an Leitungen aus der Luft zu orten.

Hallstatt wieder über Straße erreichbar
Nach einer Sperre waren sowohl Obertraun als auch Hallstatt (beide Bezirk Gmunden) wieder auf der Straße erreichbar. Mehrere Landes- und Bundesstraßen waren aber nach wie vor nicht befahrbar. Auch die Sperre zwischen Obertraun und Bad Aussee (Bezirk Liezen) in der Steiermark blieb weiter aufrecht.

Großeinsatz für Feuerwehr im Burgenland
Im burgenländischen Großpetersdorf (Bezirk Oberwart) musste am Dienstagabend ebenfalls eine vom Einsturz bedrohte Firmenhalle abgesichert werden. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos sei die Schneelast am Dach zu groß gewesen. Für Personen bestand keine Gefahr. Zudem wurde die Jennersdorfer Feuerwehr am Dienstag zu einem einsturzgefährdeten Einkaufszentrum gerufen, auch die Dächer einiger privaten Gebäude mussten abgeräumt werden. Im Norden des Landes seien keine Probleme aufgetreten.

Kärnten: Schnee-Rekordmengen
Kärnten wurde ebenfalls übermäßig mit einer dicken Schneedecke bedacht. Das südlichste Bundesland verzeichnet nämlich bereits jetzt Rekordmengen an Schnee. Auch in den kommenden Tagen muss mit Neuschnee gerechnet werden. Am (morgigen) Donnerstag wurden in den südlichen Landesteilen rund 20 Zentimeter erwartet.

In Klagenfurt war am Dienstag ein großes Einkaufszentrum für mehrere Stunden gesperrt worden, rund 1.200 Kubikmeter wurden vom Flachdach geschaufelt. Im ganzen Land waren Statiker unterwegs, um gefährdete Gebäude zu überprüfen.

Entspannung in Salzburg
Entspannung gab es in Salzburg, wo viele gesperrte Hallen wieder frei gegeben werden konnten. Ähnlich war die Lage in der Steiermark, wo nur geringer Schneefall gemeldet wurde. In Tirol fielen die Neuschneemengen im Vergleich zu den vergangenen Tagen gering aus. Vorarlberg war von den Wetterkapriolen der vergangenen Tage verschont geblieben.

Bahnkunden bekommen keine Entschädigung
Bahnkunden, die durch die Verzögerungen zu spät oder gar nicht ans Ziel gekommen sind, dürfen übrigens auf keine finanziellen Entschädigungen für die gekauften Tickets hoffen. Die ÖBB müssen laut ORF-Mittagsjournal nur dann den Fahrpreis zurückerstatten, wenn die Verspätungen in ihrem eigenen Einflussbereich liegen.

Hohe Lawinengefahr
Skitouren in freiem Gelände könnten für Wintersportler in Österreich derzeit problematisch werden. Die Lawinengefahr ist im gesamten Land erheblich und erreicht die dritte von fünf Warnstufen. Grund dafür ist der große Neuschneezuwachs der vergangenen Tage. Dort wo am Mittwoch noch große Lawinengefahr (Stufe 4) bestand, werde sich die Situation in den nächsten Tagen langsam entspannen, erklärte Arnold Studeregger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Generell werde die Gefahr aber nur langsam zurückgehen.

"Auf der Tauplitz in der Steiermark hat es in 24 Stunden beispielsweise 126 Zentimeter geschneit. Daher sind dort auch einige Selbstauslösungen möglich", sagte der Lawinenexperte. Die Flocken fallen derzeit auf eine warme Altschneedecke, mit der sie nur eine lose Bindung eingehen, wodurch Lawinen auch von allein abgehen können. Der verkrustete "Silvesterschnee" könnte genauso wie feuchter Grasuntergrund zur "Rutsche" für die neue weiße Pracht werden. In vielen Gebieten würde schon das Gewicht eines einzigen Skifahrers ausreichen, um ein Schneebrett loszutreten. (apa/red)